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Tierwelt : Wo die Kühe heilig sind

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Indien ist es streng verboten, einer Kuh zu schaden. Trotzdem leben viele dieser Tiere im Dreck.

In Deutschland leben Kühe bei Bauern. Dort werden sie gefüttert. Menschen trinken ihre Milch und essen ihr Fleisch. In Indien ist das anders. In dem Land in Asien gelten Kühe als heilig.

Das bedeutet: Es ist fast überall verboten, sie zu schlachten und ihr Fleisch zu essen. Auch dürfen Kühe oft frei herumlaufen. In großen Städten gibt es deshalb manchmal sogar Staus auf den Straßen, weil sie zwischen den Autos umherlaufen.

Allerdings geht es den Kühen in Indien nicht immer gut. Weil sie tagsüber einfach auf den Straßen herumlaufen, bekommen sie nicht immer genug zu fressen. Die meisten Kühe sind deshalb viel dünner als die, die wir aus Deutschland kennen. In den Städten müssen sie oft Müll essen, den sie auf der Straße finden.

Trotzdem sind Kühe den Indern wichtig. Der Grund dafür ist vor allem der Hinduismus. Das ist die wichtigste Religion in Indien. Vier von fünf Indern sind Hindus. Sie glauben nicht an einen Gott, sondern an ein paar Tausend verschiedene. Einer der wichtigsten Götter, der Krishna heißt, wird auch Kuhfreund genannt. Eine Göttin mit Namen Bhumi sieht sogar manchmal aus wie eine Kuh.

Damit wirklich niemand das Fleisch von Kühen isst, gibt es in vielen Teilen von Indien sogar so etwas wie eine Kuhpolizei. Die geht zum Beispiel in Geschäfte und schaut, dass niemand Kuhfleisch verkauft. Auch Restaurants werden so manchmal überprüft.

In Indien leben ungefähr 45 Millionen Kühe. Das sind ungefähr neun Mal so viele, wie es in Deutschland gibt. Die meisten Inder essen zwar kein Kuhfleisch, dafür trinken sie aber sehr viel Milch. Im Jahr werden in dem Land ungefähr 150 Milliarden Liter Milch produziert.

Neben der Milch benutzt man in Indien aber auch noch andere Dinge, die von Kühen kommen. Mit dem Mist von Kühen werden etwa Felder gedüngt. Außerdem trocknen viele Inder Kuhmist, um ihn später zum Feuer machen zu verwenden.

Autor: Stefan Mauer

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