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Helfer : „Wir wollen Leben retten“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heute wird der Friedensnobelpreis verliehen. Die Gruppe Weißhelme kümmert sich in Syrien um Menschen in Not.

Ibrahim al-Hadsch lebt in einem Land, in dem seit Jahren Krieg herrscht. Das Land heißt Syrien und liegt im Nahen Osten. Sehr viele Menschen sind von dort geflüchtet, weil sie große Angst haben. Doch Ibrahim al-Hadsch bleibt freiwillig dort. Er versucht Menschen zu retten, wenn ihre Häuser von Bomben getroffen werden.

Ibrahim al-Hadsch ist 27 Jahre alt. Vor dem Krieg war er Student. Doch dann schloss er sich einer Gruppe an, den Weißhelmen. Die Gruppe heißt so, weil die Helfer bei ihren Einsätzen alle weiße Helme tragen. So schützen sie sich zum Beispiel vor Trümmern.

Wenn die Weißhelme hören, dass es einen Luftangriff gegeben hat, nehmen sie sich ihre Ausrüstung und machen sich auf den Weg. Sie fahren dann zum Beispiel zu zerstörten Häusern. Dort schauen sie, ob Menschen unter den Trümmern sind, die sie retten können.

„Meine größte Angst ist, dass wir von unserer Zentrale rausfahren, wenn es einen Angriff mit Kampfflugzeugen gegeben hat, und man dann sieht: Es ist das eigene Haus, das getroffen wurde“, sagt Ibrahim al-Hadsch. Dabei macht er sich auch jedes Mal Sorgen um seine eigene Familie. Denn Ibrahim al-Hadsch ist verheiratet und hat ein Kind.

Für ihre Arbeit könnten die Weißhelme heute einen wichtigen Preis bekommen: den Friedensnobelpreis. Mit dem Preis werden jedes Jahr Menschen oder Gruppen ausgezeichnet, die sich für den Frieden einsetzen. Die Weißhelme sind in diesem Jahr in der engeren Auswahl für den Preis.

Oft geraten die Helfer selbst in gefährliche Situationen. „Wir hatten es vor Kurzem, dass wir an einen Ort gekommen sind, wo es einen Angriff gegeben hat“, erzählt Ibrahim al-Hadsch. „Und ein paar Sekunden, nachdem wir angekommen sind, hat es einen zweiten Angriff gegeben.“

Trotzdem will Ibrahim al-Hadsch Syrien nicht verlassen. Er erklärt: „Wir haben uns geschworen, dass wir Leben retten wollen. Und häufig schaffen wir es auch, Menschen aus den Trümmern zu holen.“

Autor: Simon Kremer

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