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Sport : Wildes Spiel in Booten

Die Kanu-Polo-Spielerin und Bundestrainerin Caroline Sinsel schlägt mit ihrem Paddel den Ball. Kanu-Polo ist kein einfaches Spiel.
Die Kanu-Polo-Spielerin und Bundestrainerin Caroline Sinsel schlägt mit ihrem Paddel den Ball. Kanu-Polo ist kein einfaches Spiel.

Kanu-Polo ist in Deutschland nicht sehr bekannt. Die Trainerin der Nationalmannschaften erklärt die Regeln.

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18. August 2020, 16:40 Uhr

Kleine Kanuboote zischen auf dem Wasser hin und her. Paddel platschen ins Wasser. Die Menschen in den Booten werfen sich einen Ball hin und her. Werden hier nicht mehrere Sportarten vermischt? Das denken sich vielleicht Leute, die zum ersten Mal beim Kanu-Polo zuschauen. Das Spiel sieht ein bisschen so aus wie eine Mischung aus Handball und Rennen mit Booten.

Obwohl es Kanu-Polo seit etwa 100 Jahren gibt, ist es in Deutschland nicht sehr bekannt. Dabei macht es großen Spaß, findet Caroline Sinsel. Sie spielt Kanu-Polo, seit sie zehn Jahre alt ist. Heute ist sie 29 Jahre alt und Trainerin der deutschen Nationalmannschaften.

Da ihre Mutter Kanu fuhr, setzte sich Caroline Sinsel schon früh ins Boot. „Es war mir aber zu langweilig, nur in einem Boot zu sitzen und zu paddeln“, erzählt sie. „Mit dem Ball macht es einfach mehr Spaß.“ So fing sie an, Kanu-Polo zu spielen.

Ganz einfach ist der Sport nicht. Man muss vieles gleichzeitig machen: mit den Paddeln das Boot lenken und gleichzeitig mit dem Ball auf das Tor zielen. „Um Kanu-Polo zu lernen, braucht man ein bisschen Geduld“, sagt Caroline Sinsel.

Beim Kanu-Polo sitzen die Spieler fest in ihren Booten. Jeder hat eine Position auf dem Feld. Jede Mannschaft hat fünf Spieler. Zusätzlich gibt es drei zum Auswechseln. Das Wasserspielfeld ist 35 Meter mal 23 Meter groß. An den beiden kurzen Seiten des Feldes hängt jeweils ein Tor –und zwar in zwei Meter Höhe über dem Wasser. Dort muss der Ball hineingeworfen werden.

Eine Spielzeit ist kurz: Nur zweimal wird zehn Minuten lang gespielt. „Das ist aber sehr intensiv und anstrengend“, sagt Caroline Sinsel.

Beim Kanu-Polo kann auch gefoult werden. „Mit dem Paddel einen Gegner zu schlagen, ist natürlich streng verboten. Genauso wie ein anderes Boot zu rammen“, erklärt die Trainerin. Damit sich niemand schlimm verletzt, tragen die Spieler einen Helm mit einem Gitter vor dem Gesicht.

Auch Deutsche Meisterschaften sowie Europa- und Weltmeisterschaften gibt es beim Kanu-Polo. Bei diesen Wettkämpfen hat Caroline Sinsel schon oft mitgemacht. Vor einigen Jahren gewann sie sogar ein wichtiges Turnier, die World Games. Eine Sache findet die 29-Jährige am Kanu-Polo besonders toll: „Ich habe viele Freunde gefunden.“

Autorin: Helena Schwar, dpa

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