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Tierwelt : Wie Tiere groß werden

Tiger-Mama Mayang kümmert sich liebevoll um ihren Nachwuchs.
Tiger-Mama Mayang kümmert sich liebevoll um ihren Nachwuchs.

Manche Säugetiere brauchen viel Zeit beim Aufwachsen und Hilfe der Eltern, andere sind schnell selbstständig.

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25. März 2019, 15:19 Uhr

Vorsichtig tapsen die vier kleinen Tiger aus ihrem Versteck und erkunden ihr Gehege. Da riecht es doch nach Futter! Kiara traut sich zuerst und entfernt sich ein paar Schritte von ihrer Mama. Sie folgt dem Duft. Ihre drei Geschwister schauen zu. Kiara müht sich über einen großen Ast. Dann sieht sie die Beute! Mit allen Pfoten voran stürzt sich das Tiger-Kind auf ein Hühnerbein.

Bis die vier kleinen Sumatra-Tiger im Tierpark Berlin große Raubtiere sind, dauert es aber noch. So lange kümmert sich die Mutter liebevoll um den Nachwuchs. Als die Vierlinge auf die Welt kamen, waren sie nur etwa so groß wie ein Kaninchen – blind, hilflos und nur mit Flaum bedeckt. Wochenlang umsorgte Mayang ihre Kinder in einer Wurfhöhle.

Denn wie alle Raubtiere sind auch Tiger Nesthocker. Das sind Jungtiere, die nicht vollständig entwickelt auf die Welt kommen. Sie sind fast oder ganz nackt und ihre Sinnesorgane noch nicht fertig ausgebildet. So bleiben sie einige Zeit in ihren Nestern oder anderen Verstecken und werden von ihren Eltern aufgezogen. Neben den Raubtieren sind etwa auch Mäuse und andere Nagetiere Nesthocker.

Dass die Babys so unfertig geboren werden, bringt den Raubtieren einen Vorteil: „Die Mütter sind nicht so lange trächtig“, erklärt Tierpfleger Mirko Klenz. Er betreut die Sumatra-Tiger im Tierpark.

Bei Tigern ist der Nachwuchs nur um die 100 Tage im Bauch. „Würde die Mutter länger tragen, würde ihr dicker werdender Bauch irgendwann beim Jagen stören“, erklärt der Fachmann.

Das Gegenteil von Nesthockern sind die Nestflüchter. Dazu gehören etwa alle Huftiere. Die Babys sind weit entwickelt, wenn sie auf die Welt kommen. Sie sehen und hören gut. Und die Beine sind stark genug, um mit den Eltern mitzulaufen. Diese bringen ihnen bei, was sie fressen können. Kurze Zeit später versorgen sich die Jungen dann selbst. Nestflüchter sind meist Tiere, die vor Feinden fliehen müssen. Denn der Nachwuchs muss möglichst rasch mit den Erwachsenen mithalten.

In der Natur ist noch eine weitere Gruppe von Tierbabys bekannt: die Traglinge. Dazu gehören etwa Koalas und auch Menschenaffen. Sie brauchen anfangs Hilfe. Sie sind aber kräftig genug, um sich an der Mama festzuklammern.

Die Tiger-Kinder im Tierpark Berlin haben als Nesthocker noch ein bisschen Zeit, um selbstständig zu werden. Gerade machen sie ihre ersten Schritte auf der Außenanlage. Dort müssen sie es mit Felsstufen und Ästen aufnehmen. Und natürlich mit leckeren Hühnerbeinen! Erst im Alter von zwei Jahren sind Tiger ausgewachsen.

Autor: Philipp Brandstädter

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