Wetter : Wie entsteht Wind?

Hui, der Wind weht alles durcheinander.
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Hui, der Wind weht alles durcheinander.

Manchmal ist er nur eine leichte Brise, ein anderes Mal weht er uns fast davon: der Wind. Die Temperatur macht’s.

svz.de von
27. September 2017, 23:50 Uhr

Die Äste des Baumes wiegen sich bedrohlich hin und her. Die Blätter beginnen heftig zu flattern und zu rauschen. Dem Mädchen, das gerade über die Straße läuft, zerzaust es die langen Haare. Puh, da weht aber ein heftiger Wind! Doch wie entsteht Wind überhaupt? „Das ist im Grunde gar nicht schwer zu erklären“, sagt der Wetter-Experte Stefan Emeis. Man müsse nur wissen, dass es warme Luft gibt – und kalte Luft. „Warme Luft ist leichter als kalte Luft. Deshalb steigt warme Luft auch nach oben.“ Das kann man zum Beispiel besonders gut an der Meeresküste beobachten, wo es Land und Wasser gibt. Durch die Strahlen der Sonne erwärmt sich der Boden, und zwar schneller als das Wasser im Meer.

Der warme Boden erwärmt auch die Luft darüber. Und was passiert dann? Richtig, die warme Luft steigt nach oben. Dabei entsteht so eine Art Luftloch. Man sagt auch Tiefdruck dazu. Dieses Luftloch muss nun gefüllt werden. „Das passiert, indem kalte Luft vom Meer her nachfließt“, verrät Stefan Emeis. Auch die neue Luft erwärmt sich und steigt hoch. Es entsteht also wieder ein Luftloch und wieder muss neue Luft vom Meer nachfließen.

Doch was macht die warme Luft, die aufgestiegen ist? „Sie verliert bald an Schwung, da es da oben in der Regel nicht mehr so starke Unterschiede zwischen wärmerer und kälterer Luft gibt“, sagt der Experte.

Da die Luft nicht weiter nach oben kann, staut sie sich und muss zur Seite ausweichen, zum Beispiel über das Meer. In der Höhe kühlt sich die Luft ab. Sie wird also schwerer und sinkt deshalb wieder nach unten. Wo kalte Luft absinkt, entsteht ein sogenannter Hochdruck.

Daraus ergibt sich ein Kreislauf. Denn unten angekommen, strömt die kalte Luft wieder Richtung Land. Das Luftloch muss ja schließlich gefüllt werden! Die Luft erwärmt sich wieder, steigt nach oben, kühlt dort ab, sinkt wieder nach unten und so weiter. Deshalb hat man tagsüber an der Küste auch oft einen Wind, der vom Meer her kommt. Man sagt auch Seewind dazu. Nachts ist es dann genau umgekehrt.

„Wind entsteht immer dann, wenn nebeneinanderliegende Luft eine unterschiedliche Temperatur hat“, sagt Stefan Emeis. Das passiert nicht nur an der Meeresküste, sondern überall auf der Erde. Auch die Herbststürme, die uns die Haare zerzausen, entstehen durch einen Temperatur-Unterschied. Und zwar zwischen den kalten Polargebieten im Norden der Erde und den wärmeren Gebieten im Süden.

Autorin: Stefanie Paul

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