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Hintergrund : Wie eine Kinderseite entsteht

Jeden Morgen besprechen die Redakteure, welche Themen unbedingt auf die Kinderseite gehören.
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Jeden Morgen besprechen die Redakteure, welche Themen unbedingt auf die Kinderseite gehören.

Habt ihr euch immer mal gefragt, wie denn so eine Kinderseite entsteht? Dann könnt ihr es jetzt hier nachlesen.

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13. September 2012, 10:36 Uhr

1. Die Auswahl
Als erstes wird morgens in den Agenturen nachgesehen, was auf der Welt so alles passiert ist. Agenturen sind eine Art Plattform, von der eine Redaktion die aktuellen Nachrichten aus Deutschland und der Welt bekommt. Natürlich eignet sich da nicht jedes Thema für die Kinderseite. Da haben wir ja schon etwas: Ein Bus, in dem man kochen kann. Die erste Meldung ist also schon einmal gesichert und die weiteren folgen auch bald. Da bleibt nur noch die Frage nach dem passenden Aufmacher übrig. So wird der große Artikel genannt, der auf der Seite den meisten Text hat. Hatten wir denn nicht erst kürzlich etwas von einem Vogel namens Kakapo gehört? Was das ist, wird bestimmt auch die Leser interessieren. Oder ist bald wieder ein Jahres- oder Geburtstag? Danach wird in verschiedenen Kalender gesucht, die es im Internet gibt.
Alle interessante Themen werden schließlich ausgedruckt. Und damit geht es dann ab zur allmorgendlichen Konferenz.

2. Die Konferenz
Die Konferenz findet jeden Morgen statt. Eine Zeitung besteht ja aus vielen Mitarbeitern in vielen verschiedenen Themengebieten, zum Beispiel Politik, Kultur, Sport oder eben Kinder. Und manchmal sitzen mehrere davon in einem großen Büro. Und damit der Eine weiß, was der Andere macht und es zu keinen Doppelungen kommt, werden jeden Morgen die Themen besprochen. Auch die der Kinderseite.
Vielleicht hat ja jemand noch eine andere Idee? Alles, was in den kommenden Tagen in der Zeitung erscheinen soll, wird also zusammengetragen und aufgeschrieben. Dann setzen sich die Leiter aller Themenbereiche noch einmal zusammen und reden über ihre jeweiligen Ideen. Dazu wird auch ein Telefon gebraucht. Schließlich gibt es ja auch viele Redaktionen in anderen Städten und die wollen natürlich mitreden können..

3. Das Schreiben
Ist die Konferenz vorbei, heißt es für die Redakteure, in die Tasten zu hauen. Denn die Kinderseite muss ja nun mit all den Themen gefüllt werden. Und dazu werden viele verschiedene Hilfsmittel genutzt. Mal wird in Sachbüchern nachgeschlagen oder im Internet gesucht. Oder die Agenturen haben mit ihren Meldungen schon alle wichtigen Informationen herausgegeben. Manchmal muss der Redakteur auch noch einmal nachfragen. Dann ruft er bei jemandem an, der die Antworten auf die Fragen weiß oder geht zum Ort des Geschehens.

Sind alle wichtigen Infos gesammelt, geht es ans Textschreiben. Das wird in einem bestimmten Computerprogramm gemacht. Vorher wurde darin schon festgelegt, wie lang die Artikel und die Meldungen werden dürfen, damit auch alles untergebracht wird. Sind die Texte fertig, werden noch die passenden Bilder dazu herausgesucht.

4. Die Bilder
Damit die Bilder so gedruckt werden, dass man auch etwas darauf erkennen kann, werden diese noch einmal an die Bildstation geschickt. Dort setzen sie die jeweiligen Mitarbeiter noch einmal in Szene. Sie überprüfen also zum Beispiel die Helligkeit und die Größe des Bildes. Manchmal sind die Personen auf den Bildern so weit weg, dass es vergrößert werden muss. Oder die Bilder sehen aus wie ausgeschnitten. Das nennt man freistellen und wird auch bei der Bildbearbeitung gemacht. Sollte es einmal keine passenden Fotos geben, wird in der Bildredaktion auch einmal zum Stift gegriffen. Das ist zum Beispiel bei der Ekelserie der Fall gewesen.

5. Belichten
Die Texte sind drin, die Bilder auch - jetzt geht es zum Belichten. Dort werden von einer Kinderseite mehrere Platten angefertigt. Diese sind aus Aluminium mit einer speziellen Schicht drauf. In einer Maschine werden die Platten von einem Laserstrahl so bearbeitet, dass am Ende die Texte und Bilder eine kleine Erhöhung darauf darstellen. Man kann sich das wie einen Stempel vorstellen.

Da eine Seite aus vielen verschiedenen Farben besteht, kann man ja mit einer Platte nicht schwarz und gelb gleichzeitig drucken. Deswegen erhält jede Farbe eine eigene Aluminiumplatte. Das hört sich jetzt mehr an, als es ist. Gedruckt wird nämlich nur in den Farben Schwarz, Magenta, Cyan (ein Blau) und Gelb. Durch das richtige Überlagern entstehen dann die jeweiligen Farben. Man kann das ein bisschen mit dem Mischen von Farben im Kunstunterricht vergleichen.

6. Der Druck
Hat der Laser die Platten bearbeitet, werden diese an die Mitarbeiter im Druck weitergereicht. In hohen Türmen sind übereinander vier Walzen befestigt. Für jede Farbe eine. An diesen Walzen werden die Platten mit der Kinderseite befestigt, die dann auf das Papier gepresst werden. Das machen aber alles Maschinen. Trotzdem haben die Mitarbeiter jede Menge zu tun. Sie müssen immer wieder eine Seite herausnehmen und sie auf Fehler überprüfen. Außerdem gilt es die Platten zu wechseln und die leeren Papierrollen gegen neue zu tauschen. Und das hat es ganz schön in sich: Je nach Größe wiegen die Papierrollen einige Tonnen.

Sind die Kinderseite und die anderen Seiten gedruckt, werden sie von einer Maschine zusammengelegt und in die endgültige Form gebracht. In einem weiteren Raum warten dann die Lkw auf die Zeitung, um sie am Morgen in die jeweilige Region zu bringen. Dort kümmern sich dann die Austräger darum, dass jeder Haushalt, der eine Zeitung bestellt hat, auch eine bekommt.

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