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Tanzen : „Wie ein großes Märchen“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Es ist fast wie in einer Prinzessinnen-Geschichte: Junge Paare tanzen bei einem berühmten Ball.

Tanzen ist die größte Leidenschaft von Slaveya Popova. Die 18-Jährige liebt es, sich zur Musik zu bewegen. Aber nicht nur zu modernen Liedern aus dem Radio. Die junge Frau tanzt einmal in der Woche auch in einer Tanzschule.

Dort lernt man klassische Tänze wie den Wiener Walzer. Nun ging ein großer Wunsch für die Schülerin in Erfüllung: ein Auftritt beim Wiener Opernball gestern Abend. „Das war immer schon ein Traum“, erzählte Slaveya bei einer der Proben.

Bei dem berühmten Ball sitzen jedes Jahr mehrere Tausend Menschen im Publikum. Am Fernseher zu Hause gucken den Tänzern noch mehr Zuschauer auf die Füße.

Slaveyas Tanzpartner heißt Timo Janoschek. Auch er ist 18 Jahre alt. Die beiden tanzen schon seit zwei Jahren zusammen, ein eingespieltes Team. Sie gehören in diesem Jahr zu den Debütanten beim Ball. Damit waren vor allem früher Kinder gemeint, die in die Welt der Erwachsenen eingeführt werden. Die Tradition gibt es schon lange.

Heute ist die Angelegenheit jedoch nicht mehr so ernst. „Der Ball ist aber noch immer ein großes Märchen“, sagt Organisatorin Maria Großbauer. Ihr ist es sehr wichtig, dass auch junge Leute zu dem Fest kommen. Jedes Jahr bewerben sich zwischen 500 und 600 junge Erwachsene aus der ganzen Welt für den Auftritt. „Es ist eine Ehre, diese Tradition fortführen zu dürfen“, freut sich Slaveya. Auch ihr Tanzpartner Timo ist froh. Er hat eine besonders wichtige Aufgabe. Denn beim Tanzen sollen die Männer die Frauen richtig führen und die Schritte vorgeben. „Ich muss natürlich auf ihre Füße aufpassen“, sagt der Schüler und lacht.

Die Kleidungsvorschriften für die Tänzer sind sehr streng: Die Männer müssen einen Frack mit einer weißen Fliege tragen. Das ist eine Art Anzug. Die Frauen haben ein langes, weißes Kleid und weiße Handschuhe an. Etwas Besonderes ist der Schmuck, den die Debütantinnen auf dem Kopf tragen. Alle jungen Frauen bekommen eine funkelnde Tiara. Das ist eine kleine Krone, die in die Frisur eingearbeitet wird.

Auch die Mütter der beiden Tänzer wollten gestern dabei sein. „Ich habe den Opernball schon immer mit meiner Mama im Fernsehen angesehen“, sagt Slaveya. Und Timo meint: „Für meine Mutter ist es fast wie ein Geburtstagsgeschenk, weil sie nur zwei Tage später wirklich Geburtstag hat.“

Autorin: Sandra Walder

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