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Wissen : Wer hat’s erfunden?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit Schnee im Sommer begann der Siegeszug des Speiseeises. Bis zur industriellen Produktion war es ein langer Weg.

Esst ihr an heißen Sommertagen auch so gern ein Eis? Die Auswahl ist heute riesig. Es gibt Schoko-, Vanille-, Erdbeer- oder Pistazieneis, in Waffeln, am Stiel oder auch in der familienfreundlichen Großpackung. Doch es war ein langer Weg, bis wir das heutige uns bekannte fruchtige Speiseeis genießen dürfen.

Schon die Chinesen nutzten vor 5000 Jahren die kühlende Wirkung des Eises. Sie lagerten allerdings Schnee oder auch Gletschereis tief unter der Erde in dunklen Kellerräumen. So konnten sie dann im Sommer ein mit Natureis gekühltes Getränk genießen. Der griechische Arzt Hippokrates empfahl schon vor mehr als zweitausend Jahren eisgekühlte Getränke zur Verbesserung des Wohlbefindens. Die Römer verfeinerten später eigens aus den Bergen herangeschafftes Eis mit zerdrückten Himbeeren, Zitronen oder Orangen.

Erst mit der Entdeckung der kühlenden Wirkung von Salpetersäure reifte im 16. Jahrhundert die Kunst der Kühlung. Wasser oder Wein wurde in langhalsige Glaskrüge geschüttet, die in salpeterhaltiges Wasser gestellt wurden. Das Ganze wurde schnell und gleichmäßig gedreht, so gefror die Flüssigkeit. Bereits im Jahre 1651 wurde der erste Eissalon in Paris von dem Sizilianer Pracopio Castelli eröffnet. 1851 wurde in Baltimore (USA) die erste Speiseeisfabrik errichtet.

Die Eisherstellung entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer großen Kunst. Ein vollendetes Eis besteht aus vielen kleinen Komponenten, das genau nach Rezept zubereitet werden muss. Hauptbestandteile sind Milch oder Sahne, dazu Zucker, Kakao oder Vanille. Auch Früchte werden eingesetzt. Die Zubereitung erfordert handwerkliches Geschick. Das Eis fällt in sich zusammen, wenn die Wassermenge nicht genau berechnet ist. Rührt der Koch die trockenen Zutaten zu früh oder zu langsam in die kalte Masse, bilden sich Klumpen. In Deutschland besteht sogar eine Eisfachschule, in Iserlohn können sich die Experten weiterbilden.

Forscher fanden heraus, dass der menschliche Körper das kalte Genussmittel gut verträgt. Das Eis wird mit etwa minus vier Grad Celsius serviert. Doch das Eis muss stets gefroren bleiben, denn im aufgetauten Zustand werden die enthaltenen Bakterien wieder aktiv und vermehren sich zu Hunderttausenden. So sollte angetautes Eis nicht wieder eingefroren werden. Zudem sollte das kalte Vergnügen in Maßen genossen werden, denn eine Portion Milcheis von circa 50 Gramm entspricht etwa 120 Kalorien.

Die Menschen in Deutschland essen Eis nicht nur gern im Sommer, sondern das ganze Jahr über. Dabei lieben sie die Abwechslung. Im letzten Sommer wurden hierzulande 1200 verschiedene Sorten gezählt. Das ist eine riesige Auswahl, die den Speiseeis-Künstlern immer noch nicht ausreicht. Neuerdings gibt es sogar Gemüseeis aus Tomaten, Petersilie oder Roter Bete, und wer es lieber heiß mag, nimmt Chilieis.

Autor: Ronny Stein

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