Fahrradfahren : Wenn Oma dich überholt

Ebenso wie bei herkömmlichen Fahrrädern gibt es auch bei E-Bikes eine große Auswahl an Modellen.
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Ebenso wie bei herkömmlichen Fahrrädern gibt es auch bei E-Bikes eine große Auswahl an Modellen.

Immer häufiger lassen sich Radfahrer durch kleine Motoren unterstützen.

svz.de von
04. September 2017, 23:37 Uhr

Der Fahrradfahrer hat schon ein paar Gänge heruntergeschaltet. So will er den steilen Berg besser hinaufkommen. Trotzdem gerät er völlig aus der Puste. Da überholt ihn plötzlich eine ältere Frau, ganz entspannt. Hat die Superkräfte? Sie nicht, aber ihr Rad! Denn die Frau sitzt auf einem Elektro-Fahrrad.

Ein Elektro-Fahrrad ist ein Rad, das von einem kleinen Elektro-Motor angetrieben wird, zumindest teilweise. Oft ist auch von E-Bikes die Rede. Der Motor steckt entweder im Rahmen oder in den Naben in der Mitte der Räder. Seine Kraft erleichtert das Fahren langer oder steiler Strecken.

„Der Motor schaltet sich dazu, sobald die Pedale bewegt werden“, sagt der Fachmann René Filippek. „Das fühlt sich an, als würde man zusätzlich angeschoben werden.“ Etwa so, als ob der Wind von hinten pustet. Nur ist dieser Rückenwind elektrisch. „Wie stark der Motor mithelfen soll, kann der Fahrer selbst einstellen.“ Das macht er über einen kleinen Computer, der am Lenker befestigt ist. Der Computer zeigt auch an, wie viel Energie der Motor noch hat. Dieser wird von einer Batterie mit elektrischem Strom versorgt, die am Fahrrad montiert ist.

Ist die Batterie alle, arbeitet der Motor nicht mehr. An einer Steckdose lässt sich der Akku wieder aufladen. Macht die Batterie aber unterwegs schlapp, hat der Fahrer eines Elektro-Fahrrads ein Problem. „Dann macht das Fahren wirklich keinen Spaß mehr“, sagt René Filippek. „Motor und Akku haben nämlich ein ordentliches Gewicht“, erklärt der Fachmann. Das spürt der Elektro-Radler deutlich, wenn er ohne elektrischen Rückenwind in die Pedale tritt.

Für viele Leute ist ein Elektro-Fahrrad eine Hilfe. Ältere Leute sparen damit beim Radeln Kraft. Auch Fahrrad-Kuriere, die größere Lasten befördern, nutzen den Extra-Antrieb. Und Menschen auf dem Weg zur Arbeit, die nicht verschwitzt im Büro ankommen wollen.

Doch nicht jeder ist davon begeistert. „Klar ist es besser, aufs Elektro-Fahrrad zu steigen als Auto zu fahren“, sagt René Filippek. „Trotzdem braucht sowohl die Herstellung als auch die Benutzung solcher Räder Energie. Das belastet die Umwelt.“ Ein anderes Problem ist die höhere Geschwindigkeit. Je mehr Elektro-Räder, desto flotter sind Leute auf den Radwegen unterwegs. So kann es auch zu Unfällen kommen. Darum raten Fachleute: Wer sich beim Radfahren von einem Motor helfen lässt, sollte gut mit seinem Fahrrad umgehen können.

Autor: Philipp Brandstädter

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