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Wenn Kinder Diabetes haben

Dieser kleine Junge hat Diabetes. Damit sein Insulinwert bestimmt werden kann, muss er sich kurz in den Finger piksen, damit ein Tropfen Blut herauskommt.dpa
Dieser kleine Junge hat Diabetes. Damit sein Insulinwert bestimmt werden kann, muss er sich kurz in den Finger piksen, damit ein Tropfen Blut herauskommt.dpa

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12. November 2012, 09:14 Uhr

Helena hält sich ein kleines elektronisches Gerät an ihren linken Zeigefinger, mit dem sie sich in die Fingerkuppe piekst. Sie hält einen kleinen Teststreifen an den hervorgetretenen Bluttropfen. Dann schiebt sie das Papier in das Gerät und liest davon ab, wie hoch der Zuckergehalt in ihrem Blut ist. Für die Zwölfjährige ist das Alltag. Auch ihre Klassenkameraden haben sich daran gewöhnt.

Helena hat Diabetes mellitus - auch Zuckerkrankheit genannt. Damit ist sie nicht allein. In Deutschland leiden rund 30 000 Kinder und Jugendliche unter dieser Krankheit.

Bei Diabetikern funktioniert die Bauchspeicheldrüse nicht richtig. In ihr wird normalerweise das Hormon Insulin hergestellt, das den Zucker, der über die Nahrung in unser Blut gelangt, in die Zellen schleust. Dort wird er als "Treibstoff" dringend gebraucht. Bei Diabetikern produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin. Der Zucker bleibt im Blut, anstatt den Zellen als Energielieferant zu dienen. Ist der Zuckergehalt im Blut zu hoch, leidet der ganze Körper darunter: Adern, Nerven, Augen und Nieren werden beschädigt.

Zum Glück haben Wissenschaftler einen Weg gefunden, künstliches Insulin herzustellen. Helena muss mehrmals täglich ihren Blutzuckerwert messen und genau darauf achten, wann und was sie isst. So kann sie sich im richtigen Moment die nötige Menge Insulin geben. Diabetiker machen das meist mit einer Spritze, mit einem Insulin-Stift, der wie ein dicker Kugelschreiber aussieht, oder mit einer Insulin-Pumpe. Letztere ist etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel und wird ständig unter oder an der Kleidung getragen. Durch einen dünnen Schlauch und eine kleine Nadel gibt die Pumpe ständig und auf Knopfdruck zusätzlich Insulin ab. Den Blutzucker messen kann sie leider nicht. Zu wenig Zucker im Blut ist auch gefährlich und kann zur Bewusstlosigkeit führen.

Kinder mit Diabetes können ein ganz normales Leben führen, müssen aber einige Regeln beachten. Sie dürfen grundsätzlich alles essen und auch naschen, wenn sie ihre Blutzuckerwerte dabei berücksichtigen. Gummibärchen oder Bonbons sind nur erlaubt, wenn der Blutzuckerwert niedrig ist, weil sie diesen sehr schnell erhöhen. Schokolade, Kekse, Saft, Cola oder Nutellabrötchen sind erlaubt, aber in Maßen. Das gilt auch für Pommes frites.

Herumtoben und Sport treiben darf Helena auch. Da Bewegung den Blutzuckerspiegel senkt, muss sie vor dem Sport ihren Blutzuckerwert messen und entweder vorher weniger Insulin spritzen oder etwas Traubenzucker zu sich nehmen, damit es nicht zur Unterzuckerung kommt. Nur wenn der Blutzuckerwert sehr hoch ist, etwa weil sie morgens vergessen hat, Insulin zu spritzen, ist Sport für sie verboten. Grundsätzlich dürfen Kinder mit Diabetes alle Sportarten betreiben - sogar Leistungssport. Sie müssen sich vorher aber mit ihrem Arzt abstimmen.

Diabetes ist leider nicht heilbar. Am besten ist es, wenn betroffene Kinder und Eltern gemeinsam eine Schulung besuchen. Dort erlernen sie den richtigen Umgang mit der Krankheit und lernen auch andere Kinder mit den gleichen Herausforderungen kennen.

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