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Rennsport : Wenn die Reifen heiß laufen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Formel 1 kommt es nicht nur auf den Fahrer und den Motor an: Paul Hembery ist Fachmann für Reifen.

Mechaniker wuseln um einen Rennwagen herum und wechseln die Reifen. Solche Bilder sieht man bei Autorennen ständig. Die Rennfahrer in der Formel 1 verbrauchen jedes Jahr Tausende Reifen. Am Sonntag geht die neue Saison los. Paul Hembery kennt sich mit diesen Reifen super aus. Er arbeitet für einen Reifen-Hersteller und ist so etwas wie der Reifen-Chef der Formel 1. Christian Hollmann erzählte er, worauf es bei den Reifen ankommt und warum sie nach den Rennen gewaschen werden.

Was ist der Unterschied zwischen einem Formel-1-Reifen und einem Reifen für normale Straßen?

Paul Hembery: Ein Formel-1-Reifen muss höchstens ein Rennen schaffen, das sind rund 300 Kilometer. Auf einen Rennwagen wirken in der Kurve ungefähr fünfmal höhere Kräfte als auf ein normales Straßenauto.

Warum gibt es in der Formel 1 verschiedene Reifen?

Das wünscht sich die Leitung der Formel 1 von uns, weil alle 20 Rennstrecken verschieden sind. Der Untergrundbelag unterscheidet sich, die Temperaturen sind jeweils anders. Das mit einer einzigen Art von Reifen zu bewältigen, ist fast unmöglich.

Wie viele Reifen benötigt die Formel 1 jedes Jahr?

Wir stellen ungefähr 50 000 Reifen pro Jahr für die Formel 1 her. Das umfasst neben den Rennen auch die Testfahrten vor und während der Saison.

Wie lange dauert es, einen Reifen herzustellen?

Das ist ein Prozess in mehreren Stufen. Wenn man alle Arbeitsgänge direkt nacheinander machen würde, dann würde es wohl so vier bis fünf Stunden dauern. Aber ganz so funktioniert es nicht. Es sind am Ende aber weniger als zwölf Stunden.

Warum werden die Reifen nach dem Training immer von den Mechanikern gewaschen?

Na, weil sie stolz auf die Reifen sind, das gefällt uns. (lacht) Aber eigentlich waschen sie die Felgen, um Schmutz und kleine Teile zu entfernen. Wenn die Reifen heiß werden, sind sie wie klebrige Aufsammel-Maschinen, die allen möglichen Müll von der Strecke aufheben.

Aber wofür werden die Reifen denn noch gebraucht? Im Rennen kommen sie ja nicht mehr zum Einsatz.

Wenn wir abends feststellen wollen, wie stark der tatsächliche Verschleiß der Reifen war, müssen wir sie wiegen. Dazu muss aber vorher dieser ganze Abfall abgewaschen werden, um kein falsches Ergebnis zu bekommen.

Erst dann können wir genau vorhersagen, wie viele Runden im Rennen die Reifen wirklich gut halten.

Zum Spielen: Wer kommt zuerst ans Ziel?

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