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Weil ein Kind geboren wurde

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erstellt am 21.Dez.2012 | 05:16 Uhr

Wenn es Abend wird, wird es am Montag sehr aufregend. Dann werden im Wohnzimmer die Lichter am Tannenbaum angezündet, und unter dem Baum liegen bunte Päckchen. Es ist "Heilig Abend", Weihnachten. Ein Fest, bei dem es viele Kinder kaum erwarten können, endlich die Geschenke auszupacken. Und ein Fest, bei dem sich überall auf der Welt die Menschen an die Geburt von Jesus Christus im Stall von Bethlehem erinnern. An eine Geschichte aus der Bibel.

Vor 2000 Jahren, zur Zeit des römischen Kaisers Augustus, sollen in Israel Maria und Josef auf dem Weg nach Nazareth gewesen sein. Das ist eine Stadt im heutigen Palästina. In Bethlehem wollten sie übernachten. Doch sie fanden keinen Platz mehr im Gasthof. Josef und Maria, die schwanger war, mussten deswegen in den Stall, zu den Tieren gehen. Dort bekam Maria ihr Kind, Jesus. So erzählt es die Weihnachtsgeschichte, so kann man es am Montag überall in den Kirchen hören. Denn die Christen glauben, dass dieses Kind von Maria nicht der Sohn von Josef war, sondern der Sohn Gottes. Deswegen feiern sie seine Geburt bis heute - mit dem Weihnachtsfest. Deswegen finden Weihnachten viele Gottesdienste statt, und deswegen findet man in den Kirchen, aber auch in manchen Privatwohnungen eine Weihnachtskrippe: So wie im Stall von Bethlehem stehen der Ochse und der Esel um die Futterkrippe herum, in die Maria ihr Kind gelegt haben soll. Und deswegen gibt es Weihnachten auch die Geschenke: Schon aus dem Mittelalter ist es belegt, dass sich Menschen Weihnachten gegenseitig beschenkten, weil sie sich über die Geburt von Jesus freuen.

Und was ist mit dem Weihnachtsmann? Den alten Mann vom Nordpol, der die Geschenke bringt, kennen die Menschen noch nicht lange. Erst vor gut 200 Jahren tauchte er in Bildern, Erzählungen und Geschichten auf. Dass er so schnell bekannt wurde, liegt an der amerikanischen Firma Coca-Cola: Sie begann, den ganz in ihrer Firmenfarbe rot gekleideten Alten in ihrer Werbung einzusetzen, und machte ihn damit überall auf der Welt bekannt. Und verglichen mit den gut 2000 Jahren, in denen die Kirchen Weihnachten feiern, ist auch der Tannenbaum im Wohnzimmer noch ein junger Brauch: Erst um 1800 herum begannen die Menschen in unserer Region, sich zum 24. Dezember eine Tanne in die Stuben zu holen und festlich zu schmücken.

Gefeiert wird das Weihnachtsfest übrigens nicht überall zur gleichen Zeit: In Russland und der Ukraine, aber auch in Griechenland oder Bulgarien müssen die Kinder noch bis Anfang Januar warten, bevor es die Geschenke gibt. Dort gilt der Kalender der orthodoxen Kirche: Nach ihm findet Weihnachten traditionell erst Anfang Januar statt. Und auch in England oder in den USA gibt es die Geschenke noch nicht heute Abend: Dort hängen die Kinder abends Socken an den Kamin, und am ersten Weihnachtsfeiertag, wenn die Familie zum Frühstück aufsteht, sind die Geschenke darin. So wie man es immer wieder in amerikanischen Filmen im Kino sehen kann.

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