Biologie : Was unsere Gefühle steuert

Bei Jubel, Begeisterung und Freude sind bestimmte Stoffe in unserem Gehirn tätig.
Bei Jubel, Begeisterung und Freude sind bestimmte Stoffe in unserem Gehirn tätig.

Wie wir uns fühlen, wird vor allem durch Abläufe in unserem Gehirn gelenkt. Wir haben einen Experten befragt.

svz.de von
17. April 2019, 16:18 Uhr

Wenn im Frühling die Sonne wieder länger scheint, sind viele Leute sofort besser gelaunt. Endlich wieder mit Freunden draußen unterwegs sein. Endlich wieder Eis in der warmen Sonne essen! Solche und viele andere Momente machen uns glücklich. Woran liegt das? Am Sonnenlicht? Am Eis? Sicherlich wird unsere Stimmung von der Umwelt beeinflusst. Doch was wir letztlich fühlen, bestimmt unser Gehirn. Es steuert unseren Körper und alles, was wir mit ihm wahrnehmen. Wie das Gehirn das genau macht, ist kompliziert.

Lennard Ostendorf ist Mediziner und erforscht, was in uns Menschen vorgeht. Er erklärt das so: „In unserem Gehirn tauschen sich Nervenzellen untereinander aus. Sie sprechen sozusagen miteinander und geben sich dabei Anweisungen.“

Dazu musst du wissen: Zwischen zwei Nervenzellen befindet sich immer ein kleiner Spalt. Will nun eine Nervenzelle ein Signal weitergeben, muss sie dieses Signal umwandeln. Sie verpackt also die Information in Botenstoffe und setzt diese im Spalt frei. Die Nervenzelle auf der anderen Seite hat Rezeptoren, welche die Botenstoffe erkennen. Zwei wichtige Botenstoffe heißen dabei Dopamin und Serotonin.

Dopamin ist für viele Dinge in unserem Körper zuständig. Es beeinflusst etwa unsere Bewegung, unser Wohlbefinden, unseren Mut und unsere Konzentration. „Wenn wir begeistert und glücklich sind, dann ist viel Dopamin zwischen unseren Nervenzellen tätig“, erklärt Lennard Ostendorf. Der chemische Stoff löst etwas in unserem Kopf aus, das uns anspornt. Etwa, wenn wir uns auf etwas Leckeres zu essen freuen. Oder wenn wir beim Einkaufen etwas sehen, das wir unbedingt haben wollen. „Dopamin lässt uns bei bestimmten Handlungen gut fühlen“, sagt der Fachmann. „Es belohnt uns und ermuntert uns, die Handlung zu wiederholen.“

Wenn der Körper Serotonin im Gehirn ausschüttet, fühlen wir uns ruhig, gelassen und zufrieden. Der Botenstoff wirkt unter anderem auf unsere Körpertemperatur, unseren Schlaf und unser Gedächtnis. Er steuert aber auch, wie stark wir Schmerz empfinden. Oder wie hungrig oder satt wir sind.

„Dopamin und Serotonin sind aber nur zwei von vielen Stoffen, die im Körper Signale übertragen“, sagt Lennard Ostendorf. Ob wir uns wohlfühlen, hängt auch davon ab, wie wir uns ernähren und uns bewegen.

Autor: Philipp Brandstädter, dpa

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