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Interview : Was bei schlimmen Nachrichten hilft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Manches – wie jetzt in Nizza – lässt einen nicht so leicht los. Eine Expertin gibt Tipps, was man dagegen tun kann.

Wer gestern den Fernseher einschaltete oder im Internet surfte, kam an diesem Thema kaum vorbei: Fast überall sprachen und schrieben die Leute über ein schlimmes Ereignis in unserem Nachbarland Frankreich. Dort war ein Mann mit einem Lastwagen absichtlich in eine Menge von Menschen gefahren. Dabei kamen viele Leute ums Leben. So etwas passiert zum Glück sehr selten. Trotzdem lassen viele Menschen solche Dinge nicht los. Expertin Tita Kern hat Söhnke Callsen erklärt, was dagegen hilft.

Was kann man tun, wenn einem solche Nachrichten Angst machen?

Tita Kern: Es ist gut, den eigenen Kopf immer wieder daran zu erinnern, dass die schlimme Tat wirklich vorbei ist. Im Fernsehen oder Radio werden solche Dinge ja ständig wiederholt. Das fühlt sich an, als ob es immer wieder passiert. Es hilft auch, daran zu denken, dass gerade jetzt auch viele gute Dinge passieren.

Was meinen Sie genau?

Es gibt viele, viele Menschen, die sich jetzt um Opfer und Angehörige kümmern. Leute werden versorgt, getröstet, gehalten. Und viele Menschen auf der Welt denken an die Opfer, stehen zusammen und wollen alles dafür tun, dass so etwas nicht wieder passiert.

Sollte man sich näher mit dem Thema beschäftigen, wenn man Angst davor hat, oder gerade nicht?

Es ist gut, in sich hineinzuhören und zu fragen: Wann wird es mir zu viel? Man muss sich nicht auf dem Schulhof an jeder Diskussion dazu beteiligen oder jedes Mal Nachrichten schauen. Wenn man aber viele Fragen hat und nicht gut damit zurechtkommt, hilft es oft, mit anderen zu sprechen. Man sollte dann nicht allein bleiben.

Und wenn mir die schlimmen Dinge auch in den Träumen begegnen?

Auch dann gilt: Nicht alleine bleiben damit, sondern jemandem davon erzählen. Das hilft – auch um wirklich zu spüren, dass das nur ein Traum war. Es gibt auch Experten, die einem helfen können, wenn so etwas häufiger vorkommt. Die findet man im Internet oder man kann ein Sorgentelefon anrufen.

Was kann noch helfen?

Es ist gut, sich mit Dingen zu beschäftigen, die Kraft geben und guttun. Das sind alle Dinge, die mir helfen, dass der Kopf zur Ruhe kommt und das Herz sich sicher fühlt: sich das Lieblings-Hörspiel anhören, oder ein schönes Buch lesen.

Kann man nach so einer Sache auch etwas für andere tun?

Man kann sein eigenes kleines Zeichen setzen: zum Beispiel eine Kerze anzünden, mit den Eltern zusammen eine Spende als Beitrag für Hilfsangebote machen. Oder man kann sich in Gedanken mit allen verbinden, die gerade etwas dafür tun, dass so etwas nicht noch einmal passiert.

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