Politik : Wählen oder vorher gehen?

Manche Leute machen sich auch einen Spaß aus dem Brexit: mit angemalten Gesichtern in den Farben der britischen und der europäischen Fahne.
Manche Leute machen sich auch einen Spaß aus dem Brexit: mit angemalten Gesichtern in den Farben der britischen und der europäischen Fahne.

In wenigen Wochen ist Europawahl. Großbritannien wollte dabei nicht mehr mitmachen – ob das klappt?

svz.de von
17. April 2019, 16:22 Uhr

Eigentlich ist es eine gute Nachricht: Ein großes Durcheinander in Europa ist gerade noch verhindert worden. Und zwar, weil das Land Großbritannien mehr Zeit bekommen hat, um seinen Austritt aus der Europäischen Union, kurz EU, zu regeln. Der Austritt wird auch Brexit genannt. Die EU ist eine Gruppe von 28 Ländern in Europa, darunter auch Deutschland.

Bis zum 31. Oktober soll Großbritannien nun eine Lösung finden. Dabei geht es um Regeln: Wie soll Großbritannien die EU verlassen, ohne dass dabei Schäden entstehen, zum Beispiel für den Handel zwischen den Ländern? Die Regierungschefin des Landes sagte nach ihrem Treffen mit allen anderen Chefinnen und Chefs in der EU: „Ich mache mir nicht vor, dass die nächsten Wochen einfach werden.“

Denn der Aufschub bringt ein neues Problem. Das hat mit einem wichtigen Teil der EU zu tun: dem Europäischen Parlament. Dort beraten und entscheiden Politiker aus der EU über wichtige Fragen. Welche Menschen dort mitmachen, wird alle fünf Jahre neu entschieden. Dann finden in den Ländern der EU Wahlen statt.

Länder, die nicht zur EU gehören, dürfen keine Vertreter in dieses Parlament schicken. Und genau das macht es nun schwierig. Die nächste Wahl zum Europa-Parlament findet schon Ende Mai statt, also in wenigen Wochen. Nun weiß keiner: Ist Großbritannien doch wieder dabei oder nicht mehr? Denn falls das Land noch länger zur EU gehört, haben die Menschen dort das Recht zu wählen.

Das finden so einige Leute in der EU allerdings nicht so gut. Denn das könnte dazu führen, dass Politiker aus Großbritannien demnächst an wichtigen Entscheidungen für die EU beteiligt sind, obwohl sie das Bündnis kurz darauf verlassen.

Die Regierung in Großbritannien will sich also jetzt beeilen und in den nächsten Wochen den Austritt endlich regeln. Dann muss sich das Land doch nicht um die Wahlen in der EU kümmern und es gibt auch kein großes Durcheinander.

Autorin: Kirsten Haake, dpa

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