wetter : Von wilden Wirblern

Von einem Tornado wurde vor gut einem Jahr auch die gesamte Innenstadt von Bützow in Mecklenburg-Vorpommern stark verwüstet.
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Von einem Tornado wurde vor gut einem Jahr auch die gesamte Innenstadt von Bützow in Mecklenburg-Vorpommern stark verwüstet.

Nach den Unwettern in Deutschland in den vergangenen Tagen: Wie entsteht eigentlich ein Tornado?

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08. Juni 2016, 23:37 Uhr

In dieser Woche hat ein Tornado im Nordosten der Stadt Hamburg eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Auch andernorts wie im Bundesland Schleswig-Holstein gab es diese Wirbelstürme. Doch was genau ist ein Tornado und wie entsteht er?

„Tornado“ ist spanisch und heißt „gewirbelt“. Und zu den Wirbelstürmen gehört er auch. Fast überall auf der Erde kann er sich bilden, aber nirgendwo treten diese starken Winde so oft auf wie im mittleren Westen der USA. Dort nennt man das Gebiet, wo diese Stürme häufig anzutreffen sind, auch die Tornado-Allee. Hier sind die Bedingungen sehr günstig. Feucht-heiße Meeresluft aus dem Golf von Mexiko strömt nach Norden und trockene Kaltluft aus Kanada bewegt sich südwärts. Treffen diese Strömungen aufeinander, legt sich die Kaltluft über die Warmluft.

Die Luftmassen verwirbeln miteinander. Die Warmluft dehnt sich aus, steigt wie ein Ballon auf und bildet riesige Gewitterwolken. Immer mehr warme Luft strömt spiralförmig nach oben. Die Drehung entsteht durch eine Kraft, die mit der Erddrehung zu tun hat. Man spricht von der Corioliskraft. Die sich drehenden Luftmassen bilden einen Lufttrichter, der wie ein Rüssel aus der Wolke herauswächst. In ihm entstehen Windgeschwindigkeiten bis über 500 Stundenkilometer.

Trifft er auf dem Boden auf, nennt man ihn Tornado. Nun wird alles aufgewirbelt, was sich ihm in den Weg stellt: sogar Autos und ganze Dächer. Der Tornado bewegt sich schnell vorwärts und hat nach kurzer Zeit seine Energie verbraucht.

Tornados gelten als unberechenbar, weil man nie weiß, wo genau ihre Rüssel auf den Boden treffen.

Auch bei uns gibt es diese wilden Wirbler. Sie haben aber längst nicht so eine zerstörerische Kraft wie in den USA. Die Alpen verhindern, dass riesige Mengen feuchtwarmer Luft nach Deutschland gelangen.

Hurrikan nennt man eine andere Art Wirbelsturm im Atlantik. Er wird im Indischen Ozean als Zyklon bezeichnet und im westlichen Pazifik als Taifun. Er bildet sich über sehr warmem Meer und kann einen Durchmesser von mehr als 1500 km haben.

Autorin: Silvia Friedrich

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