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Natur : Verschobene Jahreszeiten

Blühen Pflanzen zu früh, bekommen sie Probleme, wenn es noch mal friert.
Blühen Pflanzen zu früh, bekommen sie Probleme, wenn es noch mal friert.

Der Frühling fängt mittlerweile früher an als noch zu Omas Zeiten und der Winter wird kürzer.

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22. Januar 2020, 16:14 Uhr

Wann beginnt eine neue Jahreszeit, zum Beispiel der Frühling? Himmelsexperten würden wohl sagen: am 20. März. Für Wetterexperten beginnt der Frühling dagegen früher: am 1. März. Und dieses Durcheinander ist längst nicht alles. Jahreszeiten können auch phä-no-lo-gisch beginnen. Das heißt: Eine Jahreszeit fängt an, wenn eine bestimmte Pflanze blüht. Zum Beispiel das Schneeglöckchen oder die Hasel. Deren Blüten verraten, dass der Frühling bevorsteht.

Fachleute haben festgestellt, dass diese Pflanzen in den vergangenen Jahren oft früher geblüht haben als noch vor langer Zeit. Das bedeutet: Der Pflanzen-Frühling fängt bei uns früher an. Das Gleiche gilt auch für den Sommer und den Herbst. Gleichzeitig wird der Winter kürzer. Die Jahreszeiten haben sich also verschoben! „Der Frühling startet mittlerweile 14 Tage früher als noch vor einigen Jahren. Manchmal ist er sogar drei Wochen eher dran“, erklärt der Fachmann Falk Böttcher. Er arbeitet beim Deutschen Wetterdienst in der Stadt Leipzig im Bundesland Sachsen. Die Veränderungen werden von den Fachleuten genau beobachtet.

Der Deutsche Wetterdienst macht das zum Beispiel mithilfe von mehr als 1000 Freiwilligen. Sie leben in ganz Deutschland verteilt, beobachten die Natur und sammeln wichtige Daten. Sie melden den Experten, wenn in ihrer Gegend bestimmte Pflanzen zu blühen beginnen oder bestimmte Bäume ihre Blätter verlieren.

Doch warum blühen die Pflanzen früher? Der Experte ist sich sicher: „Es hat etwas mit der Erwärmung der Erde zu tun.“ Die Erderwärmung entsteht durch Treibhausgase, die von Menschen zum Beispiel beim Autofahren oder beim Herstellen von Strom in die Luft gepustet werden. Dadurch wärmt sich die Erde auf.

Jetzt könnte man denken: So ein bisschen früherer Frühling ist doch ganz nett. Aber wenn die Pflanzen so früh blühen, kann das zum Problem werden. Denn im April und Mai wird es oft noch mal richtig kalt – so kalt, dass es gefriert. Und dabei können die Blüten erfrieren. Das kann dazu führen, dass die Pflanzen und ihre Blüten hinterher als Nahrung für Tiere fehlen.

Auch für uns Menschen ist die Verschiebung nicht gut. Denn ohne Blüten wachsen zum Beispiel an Obstbäumen später keine Früchte. Dann fällt die Ernte aus. Deswegen ist es wichtig, dass Fachleute den Wandel genau untersuchen – und weiter viele Daten dazu sammeln.

Autorin: Stefanie Paul, dpa

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