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Christentum : Verrat, Trauer und Hoffnung

In manchen Orten spielen gläubige Menschen die Geschehnisse am Karfreitag zur Zeit von Jesus nach.
In manchen Orten spielen gläubige Menschen die Geschehnisse am Karfreitag zur Zeit von Jesus nach.

Woher kommt eigentlich der Name Gründonnerstag? Und warum sind Christen am Karfreitag traurig?

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18. April 2019, 15:15 Uhr

Was hat dieser Tag bloß mit der Farbe Grün zu tun? Manche Fachleute sagen: Gar nix! Ihrer Meinung nach hängt der Name „Gründonnerstag“ mit dem Wort „greinen“ zusammen. Das ist ein alter Begriff für „weinen“ oder „wehklagen“.

Gründonnerstag erinnern Christen an das letzte Abendmahl. An jenem Abend soll Jesus zum letzten Mal mit seinen Jüngern gegessen haben. Dabei brach er das Brot und verteilte auch Wein. Seinen Jüngern gab er den Auftrag, das in Zukunft auch zu machen – als Erinnerung an ihn. Denn er wusste, was ihm bevorstand. Einer seiner Freunde sollte ihn verraten und Jesus sollte getötet werden. Als Zeichen wusch er seinen Jüngern an diesem Abend die Füße! Auf diese Weise zeigte er ihnen, wie wichtig sie ihm waren. Es war ein Zeichen der Nächstenliebe.

In der katholischen Kirche gibt es dieses Ritual heute noch: Dann wäscht der Pfarrer Gründonnerstag einem Teil der Gläubigen im Gottesdienst die Füße. Nach dem Gottesdienst wird in den Kirchen der Altar abgeräumt, der Blumenschmuck und die Kerzen werden entfernt und die Kreuze werden verhüllt.

Außerdem bleiben in vielen Kirchen bis zur Osternacht die Glocken stumm – als Zeichen der Trauer. Denn nach dem Abendmahl, spät in der Nacht, wurde Jesus gefangen genommen.

Der Karfreitag ist für Christen deshalb ein besonders trauriger Tag. Denn an diesem Tag soll Jesus Christus am Kreuz gestorben sein. Warum er verhaftet worden war? Er wurde als Unruhestifter gesucht. Zuvor hatte er die Priester scharf kritisiert. Und das gefiel denen natürlich gar nicht. Im Verhör gab Jesus schließlich an, der Sohn Gottes zu sein. Außerdem soll er sich „König der Juden“ genannt haben. Die Priester klagten ihn deswegen an, Jesus wurde zum Tode verurteilt und ans Kreuz genagelt. Vor rund 2000 Jahren war das eine übliche Todesstrafe. Um etwa 15 Uhr soll er gestorben sein. Deshalb findet an Karfreitag um diese Uhrzeit in vielen Kirchen ein Gottesdienst statt.

In Erinnerung an diesen Tag soll man Karfreitag nichts Lustiges machen. Daher gilt auch ein Tanzverbot. Das bedeutet, Partys, Disco und Tanzen sind verboten, auch wenn sich nicht alle daran halten. Genauso wie Fußballspiele, Märkte oder Zirkusvorstellungen. Karfreitag essen Gläubige auch kein Fleisch. Stattdessen kommt Fisch auf den Tisch. Fachleute meinen: Das hat damit zu tun, dass der Fisch ein altes Symbol der Christen ist.

Ostersonntag dreht sich dann die Stimmung. Es gibt Grund zum Feiern: Denn in der Osternacht soll Jesus von den Toten auferstanden sein.

Autorin: Stefanie Paul, dpa

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