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Beruf : ... und Action!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In spannenden Filmszenen springen oft Stuntmen für die Schauspieler ein. Wir haben mit einem gesprochen.

Martin Lederer arbeitet seit zehn Jahren als Stuntman und koordiniert die Stuntcrew des Filmparks Babelsberg in Potsdam. Er hat auch in „Allein gegen die Zeit“, „Löwenzahn“ und „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ mehrere Stunts übernommen. Maren Herbst hat mit ihm gesprochen.

Hallo Herr Lederer, wie wird man eigentlich Stuntman?

Martin Lederer: Das ist ganz unterschiedlich. Es gibt keine vorgeschriebene Ausbildung, bei der man einen staatlich anerkannten Abschluss machen kann. Ich habe nach dem Abitur fünf Jahre in einer Event-Agentur gearbeitet und kam als Praktikant zum Filmpark Babelsberg, um dort Veranstaltungen mit zu organisieren. Da habe ich angefangen, bei den Stuntmen mit zu trainieren und bin dann dabei geblieben. In manchen Ländern, zum Beispiel in Frankreich und den Niederlanden, gibt es Stuntschulen, deren Besuch aber viel Geld kostet. In Deutschland kann man sich in Workshops und bei einzelnen Stuntcrews fortbilden.

Was mögen Sie an Ihrem Beruf?

Ich freue mich, dass ich einen Job habe, bei dem ich etwas anzünden oder kaputtmachen darf und mit Autos wild herumfahren kann. Wenn ich es zum Beispiel geschafft habe, vom Auto zu springen und dabei über das Dach und die Motorhaube zu fliegen, ist das ein geniales Gefühl. Das macht einfach Spaß!

Welche Fähigkeiten brauchen Stuntmen?

Es ist wichtig, sportlich zu sein. Da lernt man seinen Körper gut kennen und merkt, was man damit alles anstellen kann. Viele von uns machen privat Kampfsport und gehen ins Fitness-Studio. Sehr gut ist eine Berufsausbildung, die in einer Stuntcrew nützlich sein kann. Wir haben zum Beispiel einen KfZ-Mechaniker, einen Taucher und einen Industriekletterer dabei. Auch Tontechniker und Pyrotechniker sind sehr wichtig. Sie sorgen mit Geräuschen und Feuereffekten dafür, dass die Szenen richtig gut wirken.

Muss man sehr mutig sein?

Man muss vor allem Selbstvertrauen haben und sich gut selbst einschätzen können. Unsere Arbeit ist Teamarbeit und die Partner sollen sich nicht verletzen. Deshalb brauchen wir keine Draufgänger, denn die verletzen am Ende andere Leute. Angst zu haben ist schwierig, denn dann macht der Körper dicht und lässt nichts mehr zu. Respekt zu haben, ist gut: Der gesunde Menschenverstand sagt einem dann, dass man alles richtig machen muss, damit es nicht gefährlich wird.

Vor welchen Stunts haben Sie am meisten Respekt?

Von einem Turm in ein Luftkissen zu springen, ist nicht so mein Fall. Bungee-Springen hingegen macht mir nichts aus. In unserer Crew muss aber niemand etwas machen, das er nicht will. Jeder hat so seine Spezialitäten. Ich mache zum Beispiel gern Auto- und Feuerstunts und Rigging – da seilt man sich aus höchster Höhe ab. Mit einem Auto auf zwei Rädern fahren zu können, finde ich toll. Das möchte ich noch lernen!


Tipp: Im Filmpark Babelsberg läuft von März bis Oktober täglich um 14.30 Uhr eine Stunt-Show, in der die Stuntcrew ihr Können unter Beweis stellt. Die Vorführung ist nichts für schwache Nerven!
www.filmpark-babelsberg.de


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