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Technik : U-Bahn unter einem Fluss

Blick auf den neu gebauten U-Bahn-Tunnel unter der Museumsinsel in Berlin
Blick auf den neu gebauten U-Bahn-Tunnel unter der Museumsinsel in Berlin

Wie baut man eigentlich eine U-Bahn, ohne dass die Straßen darüber einstürzen?

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04. Februar 2020, 16:57 Uhr

Hast du im Urlaub am Strand schon einmal versucht, einen Tunnel in den Sand zu graben? Das ist nicht ganz einfach. Wenn du Pech hast, stürzt die Decke ein und der Tunnel ist kaputt.

So etwas darf beim Bau eines echten Tunnels auf keinen Fall passieren! Deshalb ist das, was mitten in unserer Hauptstadt Berlin entsteht, auch eine schwierige Aufgabe: ein langer Tunnel mit drei Bahnhöfen für eine neue U-Bahn.

„Das ist ganz schön kompliziert“, sagt die Expertin Stephanie Niehoff. „Wir mussten die Tunnel an manchen Stellen mehr als 20 Meter tief in die Erde graben, weil die U-Bahn unter dem Fluss Spree, unter Straßen und vielen Gebäuden fahren soll.“

Stephanie Niehoff steigt eine steile Metalltreppe hinunter, die tief in die Erde führt. „Wir stehen hier direkt unter dem Spreekanal“, sagt sie und zeigt auf einen U-Bahnhof, der noch nicht fertig ist. Man kann aber ahnen, wie es dort aussehen wird: In die Mitte kommt der Bahnsteig, auf dem die Fahrgäste warten. Rechts und links davon sind jeweils runde Tunnel zu sehen – einer für jede Fahrtrichtung.

Die neuen Tunnel sind jeweils einige Hundert Meter lang. So lange Strecken konnten die Bauarbeiter natürlich nicht mit einer Schaufel graben. Selbst mit einem Bagger würde das zu lange dauern. Deshalb übernahm eine spezielle Maschine die Arbeit. Sie wurde extra für den Tunnel gebaut und bekam den Namen Bärlinde.

„Bärlinde war eigentlich eine fahrende Fabrik“, sagt Stephanie Niehoff. Die Maschine konnte sogar zwei Sachen gleichzeitig: Vorne grub sie mit ihrem Kopf das Tunnelloch. Hinten baute sie Betonteile an die Wände des Tunnels. So entstand eine stabile Röhre.

Bärlinde ist schon seit etwa vier Jahren mit ihrer Arbeit fertig. Trotzdem dauert es noch, bis die ersten Züge endlich durch den Tunnel rauschen. Denn Bärlinde konnte zwar die Röhre bauen, aber nicht die Bahnsteige an den Haltestellen dazwischen. Das übernehmen Arbeiter.

Wenn die mit dem Rohbau fertig sind, werden die Bahnhöfe noch schön gestaltet. Für den Bahnhof unter der Spree hat sich ein Architekt etwas Besonderes ausgedacht. Dort wird die Decke dunkelblau gestrichen. Statt weniger großer Leuchten enthält sie viele kleine Lampen. So soll es für die Fahrgäste so aussehen, als warteten sie unter dem Sternenhimmel auf ihre U-Bahn.

Wenn alles klappt, wird das alles dieses Jahr fertig. Dann soll die U-Bahn-Linie eröffnet werden – nach zehn Jahren Bauzeit!

Autorin: Corinna Schwanhold, dpa

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