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Forschung : Tomaten aus dem Eis

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gemüse anbauen in der Antarktis! Das will der Forscher Paul Zabel. Das Ganze ist ein Test für den Weltraum.

Am meisten Sorgen macht sich Paul Zabel um die Erdbeeren. Ob sie die Reise überstehen werden? Immerhin geht es viele Tausend Kilometer weit weg – und zwar in die Antarktis. Das ist das Gebiet um den Südpol. „Die Erdbeeren müssen wir schon als kleine Pflanzen mitnehmen“, verrät er. Sonst dauere es bis zur ersten Ernte zu lange. Salat, Gurken, Spinat, Radieschen und Tomaten dagegen gehen als Pflanzensamen auf die Reise.

Doch warum fährt Paul Zabel mit einem Haufen Pflanzensamen und Erdbeer-Pflänzchen in die Antarktis? Also dorthin, wo es bitterkalt ist und es jede Menge Schnee und Eis gibt? Paul Zabel ist Forscher, und er will in der Antarktis Gemüse anbauen. Klingt verrückt! Ist es aber nicht. Das Ganze ist ein Versuch – und zwar für den Weltraum.

Eines Tages könnten Menschen zum Beispiel zum Planeten Mars fliegen. Oder noch weiter weg. Sie wären mehrere Monate oder Jahre mit ihrem Raumschiff unterwegs. „Die Idee ist, dass die Astronauten in dieser Zeit ihre Nahrung zum Teil selbst produzieren“, erklärt der Forscher. Zum Beispiel, indem die Weltraumfahrer sich Gemüse und Obst anbauen. Dadurch hätten sie nicht nur frische Nahrung. „Sondern man würde auch jede Menge Gewicht sparen“, sagt Paul Zabel.

So eine Art Weltraum-Mission versuchen die Forscher nun in der Antarktis nachzustellen. „Die Antarktis ist extrem abgeschieden. Man bekommt nur schwierig Nachschub, und man muss mit dem zurechtkommen, was man gerade da hat“, erklärt der Experte. Das ist so ähnlich wie im Weltraum.

Dafür bauen die Forscher gerade einen speziellen Container als Gewächshaus. Darin sollen die Pflanzen in der Antarktis wachsen. Und zwar übereinander in Regalen. Der Container wird im Freien stehen, direkt neben einer Forschungsstation. Von dieser bekommt der Container seinen Strom.

Doch damit Pflanzen wachsen können, brauchen sie bestimmte Dinge. Zum Beispiel Wasser, Licht und ein besonderes Gas. Es heißt Kohlenstoffdioxid. Die Zellen der Pflanze können dieses Gas mit Hilfe von Wasser und Licht umwandeln. Es entsteht Sauerstoff und Zucker. Von dem Zucker ernähren sich die Pflanzen. Diesen Vorgang nennt man Fotosynthese.

Das Licht soll zum Beispiel von besonderen Lampen kommen. Sie machen das Sonnenlicht nach. „Aber unsere Lampen sind viel stärker als die Sonnenstrahlen“, erklärt Paul Zabel. Das Kohlenstoffdioxid nimmt der Forscher einfach mit, in speziellen Flaschen.

Autorin: Stefanie Paul

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