Tierwelt : Tierisch gute Spürnasen

Hundenasen sind meist viel größer als Menschennasen.
Hundenasen sind meist viel größer als Menschennasen.

Sie finden Vermisste und erschnüffeln gefährliche Stoffe: Hunde haben einen super Geruchssinn.

svz.de von
05. Oktober 2018, 16:20 Uhr

Hier muss es doch irgendwo sein! Aufgeregt läuft Arthus im Zimmer umher, wedelt mit dem Schwanz, schnüffelt hier und schnüffelt dort. Dann bleibt er vor einem Sessel stehen und beginnt zu kratzen. Er hat das Leckerli gefunden: Es ist unter den Sessel gerollt. Sehen kann Arthus es nicht, aber dafür riechen! Hunde haben einen super Geruchssinn. Sie können schon winzigste Duftstoffe wahrnehmen und eine Spur aus Gerüchen über lange Strecken verfolgen. Deshalb helfen Hunde oft auch bei der Suche nach vermissten Menschen. Beispielsweise nach einem Unglück wie einem Erdbeben. Und an Flughäfen helfen die Super-Schnüffler, verbotene Stoffe im Gepäck von Reisenden aufzuspüren.

Dass Hunde so gut riechen können, hat mit ihrer Nase zu tun. Na klar! Die ist bei den meisten Hunden viel größer als bei uns Menschen. Das ist der erste Vorteil. Im Inneren gibt es eine knöcherne Nasenmuschel. Das kann man sich ein bisschen wie ein Labyrinth mit vielen Kurven und Bögen vorstellen. „Diese ist bei Hunden sehr stark gewunden – und dadurch viel größer und länger als beim Menschen“, erklärt der Fachmann Christoph Rummel.

An dieser Nasenmuschel sitzt die Riechschleimhaut. Und die ist bei Hunden dadurch auch viel größer. Beim Menschen sind die beiden Schleimhäute zusammen etwa zehn Quadratzentimeter groß. Das ist ungefähr die Fläche einer halben Streichholzschachtel. Die von einem Schäferhund ist dagegen riesig! Sie kann mehr als 150 Quadratzentimeter groß sein. Das ist also der zweite Vorteil.

Auf dieser Riechschleimhaut sitzen wiederum die Riechzellen. Von denen haben viele Hunderassen gigantisch viele. Es können wohl mehr als 200 Millionen Riechzellen sein! Beim Menschen sind es etwa zehn Millionen. Die Riechzellen der Hunde sind auch noch superempfindlich. „Die Riechschwelle ist bei Hunden viel niedriger. Das bedeutet, Riechzellen reagieren schon auf winzigste Mengen. Es reicht zum Teil schon ein Molekül“, verrät der Fachmann. Duft-Moleküle sind winzigste Teilchen in der Luft.

Tiere, die so gut riechen können, nennt man auch Makrosmaten. Das heißt übersetzt etwa: Nasentiere. Dazu gehören zum Beispiel Hunde, aber auch Nagetiere wie etwa Mäuse.

Autorin: Stefanie Paul

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