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Selbst gemacht : So bindest du ein Buch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Morgen beginnt eine große Schau für Leser: die Frankfurter Buchmesse. Wir waren bei einer Buchbinderin.

Eine Frau taucht einen Pinsel in Kleber. Den Kleber braucht sie für Buchseiten. Denn wir schauen einer Buchbinderin über die Schulter. Elke Rohling-Brockmeier bindet Bücher von Hand. Sonst übernehmen diese Aufgabe oft Maschinen. Uns zeigt sie, wie auch du ein Buch selbst binden kannst.

Damit es losgehen kann, müssen alle Buchseiten gleich groß sein und übereinandergestapelt liegen. „Dann brauchen wir ein Vorsatzpapier“, erklärt die Expertin. Damit ist ein leeres Doppelblatt gemeint. Ein Doppelblatt legt sie auf den Stapel und eines darunter. Wenn deine Seiten zum Beispiel eine DIN-A4-Größe haben, faltest du ein Blatt DIN-A3-Papier in der Mitte. Dann erhältst du ein Doppelblatt.

Um die Seiten aneinanderzukleben, kennt die Buchbinderin einen Trick. „Ich fächere das Papier beim Kleben einmal nach vorne und einmal nach hinten.“ Der Kleber soll nicht nur außen an den Stapel, sondern auch leicht am Rand aufs Innere des Papiers. Dann kommt der Pinsel zum Einsatz. Der Kleber hängt jetzt nicht nur an den Papierkanten, sondern auch ein bisschen auf den Seiten selbst.

Nun heißt es: Fest zusammendrücken und auf die Gaze legen! Mit Gaze ist ein Stoff gemeint. Zu Hause verwendest du einfach ein Stückchen Mullbinde.

Auf den Stoff gibst du dann noch mal Kleber. Dann halten die Seiten fest zusammen. „Jetzt ist der Buchblock fertig und muss ungefähr zweieinhalb Stunden trocknen“, sagt Frau Rohling-Brockmeier.

Für den Einband schneidest du zwei große Pappseiten für Vorderseite und Rückseite zurecht – und einen Streifen als Rücken. Am besten nimmst du möglichst feste Pappe. Jetzt malst du Schneidelinien auf.

Die Pappe sollte an allen Seiten zwei Millimeter größer sein als die Buchseiten – außer auf der linken Seite. Der Streifen für den Rücken ist so breit wie dein Buchblock und so hoch wie dein Pappeinband. „Um alles zu verbinden, nehme ich ein Stück Papier“, sagt Frau Rohling-Brockmeier. Dieses sollte so hoch sein wie deine Pappen und ungefähr so lang wie dein Mittelfinger. Nun klebst du mit Tapetenkleister die Pappen auf das Papier. Die beiden Pappkartons liegen außen und der Streifen mit etwas Abstand in der Mitte. „Jetzt können wir den Einband mit speziellem Buchbindergewebe überziehen oder mit einem normalen Baumwollstoff“, sagt Frau Rohling-Brockmeier. Der Stoff sollte etwas größer geschnitten sein als der Einband. Sie klebt den Stoff aber nicht direkt auf die Pappe, sondern erst auf ein Papier.

Du schnappst dir also ein großes Papier, streichst vorsichtig Tapetenkleister darauf und legst den Stoff darüber. Damit sich das Ganze nicht wellt, lege Papier und Stoff zwischen zwei Bretter und beschwere sie. Am nächsten Tag klebst du das Papier mit dem Stoff auf den Pappeinband.

Nun muss der fertige Deckel noch um deinen Papierstapel herum. Dazu streichst du vorsichtig die erste Papierseite dünn mit Kleber ein. Dann klappst du den Deckel zu. Nun wendest du den Stapel und wiederholst das Einstreichen für das Rückenteil und den anderen Deckel. Zuklappen. Fertig!

Autorin: Jennifer Heck

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