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So arbeiten Wahlforscher : Sie kennen die Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Keine Wahrsagerei: Dank Forschern wissen wir am Wahltag schon früh, wie das Ergebnis aussehen wird.

Lass uns in die Zukunft schauen: Es ist der 24. September. Wahl-Sonntag, kurz vor 18 Uhr. Überall in Deutschland sind Leute wählen gegangen. Mit ihrer Stimme haben sie entschieden, welche Parteien künftig im Land das Sagen haben sollen.

Politiker und Wähler sind gespannt! Sie wollen die Ergebnisse der Bundestagswahl wissen. Jeden Moment kommt die erste Prognose im Fernsehen. Eine Prognose ist eine Art Vorhersage. Diese wird von Wahlforschern ermittelt. Um Punkt 18 Uhr veröffentlichen sie ihre Zahlen. Denn dann sind die Wahllokale geschlossen. Niemand, dem das Wahlergebnis nicht passt, kann dann noch schnell wählen gehen.

Es ist wenige Sekunden nach 18 Uhr. Viele Leute jubeln. Andere schlagen die Hände über den Köpfen zusammen. Denn auf den Fernseh-Bildschirmen schießen bunte Balken in die Höhe. Sie stehen für die Parteien. Je mehr Stimmen eine Partei bekommen hat, desto höher ihr Balken. Aber woher kommen diese Ergebnisse?

In den Wahllokalen werden schließlich noch stundenlang Stimmen gezählt. Die Wahlforscher scheinen das Wahlergebnis schon vorher zu kennen. Haben die etwa in einer magischen Zauberkugel die Zukunft gesehen?

Nein. Wahlforscher Heiko Gothe erklärt: „Wir haben nur einen Teil der Leute befragt, welche Partei sie gewählt haben.“ Dieser Teil stellt für die Forscher ein kleines Abbild von allen Wählern dar.

Dazu haben sie Wahllokale gesucht, die stellvertretend für alle Wahllokale des Landes sein sollen. Zudem achten die Forscher darauf, dass am Wahltag die passende Anzahl von Frauen und Männern befragt wird. Zudem müssen es Jüngere und Ältere sein, und sie sollen aus verschiedenen Bundesländern kommen.

„Bei der Bundestagswahl befragen wir rund 100 000 Leute in 600 Wahllokalen“, erklärt Heiko Gothe. Nachdem die Wähler also im Lokal ihre Stimme abgegeben haben, kreuzen sie für die Forscher noch einen weiteren Zettel mit Fragen an. Die Fragebögen sind schon ausgezählt, wenn die Wahllokale schließen. Das Ergebnis ist dann zwar nicht genau gleich wie das, was nach der richtigen Auszählung feststehen wird. Aber es kommt dem Ergebnis meist sehr nahe.

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