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Wissen : Schwarz, zähflüssig, kostbar

In all diesen Gegenständen steckt Erdöl.
In all diesen Gegenständen steckt Erdöl.

Erdöl ist der wohl wichtigste Rohstoff der Welt. Wir gewinnen aus ihm Kraftstoffe etwa für Autos und Heizungen.

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18. Juni 2019, 15:09 Uhr

Rohre! Soweit man gucken kann. Sie laufen Hunderte Meter geradeaus, machen einen Knick nach rechts, nach links und verschwinden zwischen Hallen, Tanks und gewaltigen Schornsteinen. „So eine Raffinerie ist wie eine kleine Stadt“, sagt Constantin von Hoensbroech. Er arbeitet für die Rheinland Raffinerie. Diese befindet sich in Wesseling, einer Stadt in Nordrhein-Westfalen. In dieser Raffinerie wird Erdöl verarbeitet. Aus dem schwarzen zähflüssigen Stoff werden zum Beispiel Diesel und Benzin hergestellt. Also Kraftstoffe, mit denen viele unserer Autos angetrieben werden.

Um die Raffinerie zu besichtigen, muss man mit dem Auto herumfahren. Denn die Anlage ist riesengroß. Auch wegen der Sicherheit darf hier nicht jeder einfach so herumlaufen. Denn auf dem Gelände wird mit Stoffen gearbeitet, die sich leicht entzünden könnten. Daher tragen die Arbeiter auch immer feuerfeste Kleidung.

Während der Fahrt erzählt der Experte mehr über die Raffinerie. Zum Beispiel kommt das Erdöl zu einem großen Teil über eine unterirdische Leitung. Diese führt von einem großen Hafen in Rotterdam in den Niederlanden nach Wesseling. Außerdem transportieren Schiffe Öl auf dem Rhein zum eigenen Hafen der Raffinerie.

Mitten auf dem Gelände steht ein großer Turm. Er ist mit etwa 70 Metern so hoch wie ein Haus mit etwa 20 Stockwerken. Der Turm ist das Herz der Raffinerie: Er ist eine sogenannte Destillations-Kolonne. „Darin wird das Erdöl verdampft und in seine wichtigsten Einzelteile zerlegt“, erklärt Herr von Hoensbroech.

Dazu wird das Erdöl in einem Ofen erhitzt, auf etwa 350 Grad Celsius. Das ist so heiß wie ein Backofen. Dabei verdampft das Öl: Es wird zu Gas und strömt hinüber in den Turm. „In der Kolonne gibt es ein Temperatur-Gefälle“, erläutert der Experte. Unten ist es am heißesten, nach oben hin wird es kühler. Ganz unten fällt ein zäher Stoff namens Bitumen aus. Den braucht man etwa, um Straßen zu bauen.

Die anderen Stoffe strömen als Gas-Teilchen weiter nach oben und treffen auf den ersten Glockenboden im Turm. Dort bleiben einige Gas-Teilchen hängen. Etwa jene, die später zu Diesel verarbeitet werden. Die Teilchen kühlen an der Glocke ab und verändern ihre Form – sie werden wieder flüssig. Das nennt man Kondensation. Die leichteren Teilchen steigen weiter nach oben, bis zum nächsten Glockenboden oder gar bis zum übernächsten. Dort bleibt zum Beispiel das Rohbenzin hängen, kühlt ab und wird flüssig.

Tanken dürfte man diese Stoffe aber noch nicht. Erst müssen sie in der Raffinerie weiterverarbeitet werden. Man nennt das: veredeln. Das heißt, sie werden gereinigt und mit anderen Stoffen vermischt. Erst danach bringen Tankwagen das Benzin und den Diesel zu Tankstellen.

Autorin: Stefanie Paul, dpa

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