Schneeflocken sind federleicht

Zum Glück sind Schneeflocken ganz leicht, sonst würde es gar keinen Spaß machen, bei Schneefall draußen herumzutoben.dpa
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Zum Glück sind Schneeflocken ganz leicht, sonst würde es gar keinen Spaß machen, bei Schneefall draußen herumzutoben.dpa

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29. Januar 2013, 10:09 Uhr

Der Winter macht zwar gerade eine Pause und zeigt auf dem Thermometer Plusgrade an. Schals, Handschuhe und Winterstiefel sollten aber nicht zu weit weggepackt werden. Denn in ein paar Tagen soll skandinavische Kaltluft wieder für Minusgrade und Schneefall sorgen. Doch wie entstehen Schneeflocken eigentlich? Und warum sind sie so federleicht - obwohl Schnee doch aus Eiskristallen besteht?

Um so fein und leicht zu bleiben, muss der Schnee von Anfang an unter Idealbedingungen entstehen. "Eine Schneeflocke muss in Ruhe wachsen dürfen", sagt Gerhard Lux, Diplom-Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst.

Schneeflocken entstehen in den hoch gelegenen, kalten Teilen der Wolken, indem feine Tröpfchen kalten Wassers beispielsweise an einem Staubkörnchen festfrieren. Ist genügend Feuchtigkeit vorhanden, wächst der Eiskristall zu einem meist flachen, sechsarmigen Schneekristall heran. Mehrere dieser Schneekristalle verhaken sich bei leichter Berührung zu einem feinen Gebilde und formen eine Schneeflocke.

Diese Flocke ist nun schwer genug und beginnt ihren Weg in Richtung Erdboden. Dabei schwebt sie ganz langsam hinab und passiert verschiedene Luftschichten. Sind diese immer kalt genug, sodass die einzelnen feinen Eishärchen der Schneeflocke nicht zu schmelzen beginnen, erreicht die Schneeflocke zart und luftig ihr Ziel.

Wenn innerhalb der Atmosphäre allerdings warme Luftmassen auf kalte treffen, entstehen schnell starke vertikale Winde, die die leichten Flocken innerhalb der Wolke auf und nieder wirbeln. Lux: "Durch diese Auf- und Abwinde geraten die Kristallgebilde mal in wärmere Schichten, in denen sie beginnen zu tauen, um gleich darauf in einer kälteren Schicht erneut zu gefrieren. Dabei bildet sich um die Kristallgebilde eine geschlossene Eisschicht." Nach dieser Rundreise kommen die Schneeflocken dann nicht mehr als Flocken auf dem Boden an, sondern als sogenannter Schneegriesel: kleine graupelige Eiskörnchen, denen man an ihrem weißlichen Kern ansieht, dass sie noch Reste der ursprünglichen Kristalle in sich tragen.

Würde die Wirbelei in der Wolke lang genug dauern, könnte sich aus einer Schneeflocke sogar noch ein festes, eisiges Hagelkorn bilden, das schließlich in rasender Geschwindigkeit auf die Erde prasseln könnte. Da es im Winter in den Wolken aber grundsätzlich etwas ruhiger zugeht, weil die niedrig stehende Sonne meist zu schwach ist, um extreme Temperaturunterschiede zu bewirken, kann man sich bei Schnee getrost ohne Schutzhelm aus dem Haus wagen.

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