Wüste oder Meer? : Salz bis zum Horizont

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Die größte Salzwüste der Welt liegt in Bolivien in Südamerika / Wie ist sie eigentlich entstanden?

svz.de von
22. Juni 2016, 14:23 Uhr

Gleißendes Weiß, wohin man sieht. Auf einer riesigen Fläche. Darüber der blaue Himmel. Ohne Sonnenbrille ist man hier verloren. Denn durch das Licht der Sonne strahlt das Weiß so grell, dass es in den Augen schmerzt. Wir stehen in der größten Salzwüste der Erde, dem Salar de Uyuni. Die Wüste ist viermal so groß wie das Saarland. Sie liegt in Bolivien in Südamerika.

Tausende Menschen kommen jedes Jahr, um sich diesen ungewöhnlichen Ort anzuschauen. Wie zum Beispiel von Vladimir. „Eigentlich sind wir gar nicht in einer wirklichen Wüste“, sagt er. „Sondern in einem See.“ Den kann man so richtig aber nur an manchen Monaten im Jahr sehen, in der Regenzeit. Sie dauert von Dezember bis März.

In dieser Zeit überschwemmt Wasser die weiße Landschaft. An manchen Stellen steht das Wasser in der Regenzeit bis zu einem Meter hoch, an anderen nur wenige Zentimeter.

Aber wieso sammelt das Wasser sich überhaupt dort, anstatt abzufließen? Das kann Robert Sieland erklären. Er ist Experte für den Salar de Uyuni. „Der Salzsee befindet sich in einer besonderen Gegend: dem Altiplano.“ Das ist eine Hochebene. Sie liegt im Westen von Bolivien und im Südosten des Nachbarlandes Peru.

Das Altiplano befindet sich auf einer Höhe von mehr als 3500 Metern über dem Meeresspiegel, sagt Robert Sieland. Es ist komplett von den Bergen der Anden eingeschlossen. Das bedeutet: „Es gibt keinen Abfluss für das Wasser. Wenn es dort in der Regenzeit regnet, fließt das gesamte Wasser zum tiefsten Punkt der Gegend“, so der Experte. Das ist der Salar de Uyuni. So ist übrigens auch das viele Salz dorthin gekommen. „Es stammt aus den Bergen. Sie bestehen aus vulkanischem Gestein. Dieses Gestein hat große Salz-Bestandteile.“ Gestein aus den Anden ist über Tausende von Jahren zersetzt worden, zum Beispiel von Regenwasser. „Dabei wurden auch die Salz-Bestandteile im Gestein herausgelöst und vom Wasser in den Salar de Uyuni geschwemmt“, dagte Sieland. Durch die Trockenheit kristallisierte alles Salz aus, das im Wasser war. Das bedeutet: Es wurde fest. So bildete sich die mächtige Salzkruste des Salar de Uyuni. Die oberste Salzschicht ist bis zu elf Meter mächtig!

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