Sprache : Sag es mit Farben!

Durch die rosarote Brille soll alles schön aussehen.
Durch die rosarote Brille soll alles schön aussehen.

Schwarzfahren oder blaumachen: Experten erklären, woher diese Redewendungen kommen.

svz.de von
05. Oktober 2018, 16:21 Uhr

Auf einem bunten Bild oder in manch einem Blumenbeet sieht man viele Farben. Aber auch in unserer Sprache spielen Farben eine Rolle. Wir benutzen sie zum Beispiel in Redewendungen.

Redewendungen sind feste Formulierungen. Sie werden oft schon seit langer Zeit benutzt, um etwas ganz Bestimmtes auszudrücken. Hier sind einige farbenfrohe Redewendungen.

Blaumachen: Wenn jemand blaumacht, geht er oder sie einfach nicht zur Arbeit. Die Redewendung ist schon ziemlich alt. „Man weiß deshalb nicht sicher, woher die Redewendung kommt“, sagt die Sprach-Forscherin Tina Theobald. Sie meint, möglicherweise war es so: Wolle blau zu färben, hat früher lange gedauert. Die blaue Wolle musste den ganzen Montag an der Luft trocknen. Das war der „blaue Montag“. An diesem Tag hatten die Färber also nichts zu tun und konnten den Tag frei – oder eben blau – machen.

Rotsehen: Jemand, der rotsieht, ist sehr wütend. „Die Redensart könnte ihren Ursprung im Stierkampf haben“, vermutet die Fachfrau Ilka Pescheck. Ein Stierkämpfer versucht, den Stier mit einem roten Tuch sauer zu machen. Der Stier sieht also rot.

Grünes Licht geben: Diese Redewendung komme von der Ampel, sind sich die Expertinnen einig. Das grüne Licht heißt: Los geht's! Wird jemandem also grünes Licht gegeben, darf er oder sie mit etwas starten.

Schwarzfahren: Wer beim Schwarzfahren erwischt wird, war ohne Fahrschein unterwegs. „Die Farbe Schwarz steht für etwas, das im Dunkeln passiert, oder im Verborgenen“, sagt eine der beiden Expertinnen. Verbotene Dinge passieren oft heimlich im Dunkeln, also im Schwarzen. Deswegen heißt das verbotene Fahren ohne Ticket schwarzfahren.

Durch eine rosarote Brille sehen: Wenn Menschen alles wunderbar finden, sagt man: sie sehen durch eine rosarote Brille. Das könnte von dem Wort rosig kommen, sagt Annika Hauzel, eine weitere Expertin für die deutsche Sprache. Es bezeichne nicht nur die Farbe Rosa, sondern auch etwas Erfreuliches. „Solche erfreulichen Dinge sieht auch der Träger der rosaroten Brille“, sagt sie. Klingt logisch, oder?

Autorin: Anna Unseld

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