Politik : Regierung zerreißt Familien

Die acht Jahre alte Akemi weint. Als sie in die USA kam, wurde sie von ihrem Vater getrennt.
Die acht Jahre alte Akemi weint. Als sie in die USA kam, wurde sie von ihrem Vater getrennt.

Eltern, die ohne Erlaubnis in die USA einwandern, kommen ins Gefängnis – die Kinder werden von ihnen getrennt.

svz.de von
20. Juni 2018, 23:15 Uhr

Einige Kinder schlafen auf Gummimatten. Zum Zudecken haben sie nur dünne Folien. Andere Kinder laufen herum. Ein Mann in Uniform passt auf sie auf. Aber wo sind die Eltern? Diese Kinder dürfen gerade nicht bei Mama und Papa sein. Denn ihre Eltern sind im Gefängnis. Weil die Kinder nicht mit hinter Gitter sollen, wurden sie in dieses Lager gebracht. Oft haben sie ihre Eltern seit vielen Tagen nicht mehr gesehen.

Das Ganze passiert gerade an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten von Amerika, kurz USA. Die Familien gingen dort ohne Erlaubnis über die Grenze. Die Regierung der USA hält das für eine schwere Straftat. Deswegen verhaftet sie die unerlaubten Einwanderer und steckt sie ins Gefängnis.

Viele Menschen finden es falsch, dass die Regierung die Familien so auseinanderreißt. Sie sagen: Das verstößt gegen Kinderrechte. Experten meinen, dass die Kinder sehr darunter leiden. Dieser Stress könne sie krank machen, auch später noch als Erwachsene.

Die meisten der Familien kommen aus Ländern in Mittelamerika, also zum Beispiel aus Honduras, Guatemala und El Salvador. Dort gibt es oft viel Gewalt. Oder große Armut. Die Familien sind deswegen geflohen – in der Hoffnung auf ein besseres Leben in den USA.

Mehr als 2000 Kinder wurden in den vergangenen Wochen an der Grenze von ihren Eltern getrennt. Erst kommen sie in Lager, dann zu Pflegefamilien oder in Heime. In den Lagern dürfen sich die Mitarbeiter nicht so um die Kinder kümmern, wie diese es wohl bräuchten. „Sie müssen getröstet und in den Arm genommen werden“, sagt ein Mann vom Kinderhilfswerk Unicef. Dass dies nicht passiere, sei furchtbar.

Der Chef der USA heißt Donald Trump. Er findet das harte Verhalten an der Grenze nötig, damit nicht mehr so viele Flüchtlinge in die USA kommen. Andere Politiker kritisieren ihn dafür. Gerade arbeiten sie an einer Lösung, damit die Familien wieder zusammen sein dürfen.

Autorin: Doreen Fiedler

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