Interview : Privat fährt er gemütlich

Timo Glock versucht, jedes Jahr besser zu sein als im Jahr davor.
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Timo Glock versucht, jedes Jahr besser zu sein als im Jahr davor.

Am Wochenende starten Rennfahrer auf dem Hockenheimring in die neue Saison. Wir sprachen mit Timo Glock.

svz.de von
04. Mai 2017, 23:38 Uhr

Wie trainiert ein Rennfahrer? Rast er den ganzen Tag mit dem Auto herum? Alexandra Stober hat Timo Glock befragt. Er ist Rennfahrer der DTM und bereitet sich gerade auf die neue Rennsaison vor.

Herr Glock, wie bereiten Sie sich auf die Saison vor?

Timo Glock: Ich fahre jeden Tag Rad, also Rennrad. Zwischen 60 und 120 Kilometer, um fit zu sein. Manchmal sind es auch 200 Kilometer. Dazu gehe ich laufen und mache Krafttraining.

Den Rest der Zeit sitzen Sie aber im Rennauto?

Nee, leider nicht! In der Vorbereitung bin ich überhaupt nicht viel mit meinem Auto unterwegs. Bislang war es nur ein Trainingstag auf der Rennstrecke, auf dem Hockenheim-Ring. Ich würde gerne mehr im Auto sitzen.

Woran liegt es, dass Sie nicht mehr fahren?

Das Fahren ist für die Teams teuer. Wenig fahren bedeutet, Geld zu sparen.

Wie viele Leute gehören denn zu Ihrem Team?

In meinem Team gibt es vier Mechaniker, einen Daten-Ingenieur und einen Renn-Ingenieur.

Und was machen die?

Der Renn-Ingenieur schaut, was man noch am Auto verbessern kann. Wenn ich ihm etwa sage, dass das Auto leicht über die Vorderachse rutscht. Dann überlegt er, was man dagegen unternehmen kann. Zum Beispiel: andere Federn einbauen. Der Renn-Ingenieur arbeitet eng mit dem Daten-Ingenieur zusammen.

Wofür ist der Daten-Ingenieur zuständig?

Das Auto hat einen Bordcomputer. Der sammelt Daten: Wie schnell bin ich wann gefahren? Wie stark wurde gebremst? Wann wurde wie viel Gas gegeben? Diese Daten guckt sich der Daten-Ingenieur an. Dann kann er dem Renn-Ingenieur sagen, an welcher Stelle des Autos seiner Meinung nach etwas geändert werden sollte.

Und die Mechaniker?

Das sind die wichtigsten Leute im Team! Sie setzen die Änderungen am Auto praktisch um.

Wie schnell können Sie eigentlich mit Ihrem Rennauto fahren?

Hmm, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei etwa 270 Kilometern in der Stunde.

Fahren Sie privat auch gerne schnell?

Nein. Ich will ja meinen Führerschein nicht verlieren. Privat bin ich sehr gemütlich unterwegs.

Was haben Sie sich für die neue Saison vorgenommen?

Ich habe mir keine Platzierung vorgenommen. Mein Ziel ist es aber, besser zu sein als letztes Jahr. Nach der langen Winterpause bin ich sehr froh, dass es endlich wieder losgeht!

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