Präriehunde spicken schon aus den Löchern

Die Präriehunde schauen bereits gespannt aus den Erdhügeln.
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Die Präriehunde schauen bereits gespannt aus den Erdhügeln.

svz.de von
08. März 2013, 04:59 Uhr

Zack - da flitzt ein kleines, braunes Geschöpf über den Rasen. Zu schnell, um es genau zu erkennen. Es ertönt ein eifriges Quieken, dann recken sich Köpfchen aus mehreren Löchern, welche die Wiesen im Schweriner Zoo übersähen. "Das sind unserer Präriehunde", sagt Katrin Otterbeck-Meyer, Mitarbeiterin im Zoo. "Wenn sie pfeifen oder bellen, warnen sie ihre Artgenossen vor drohender Gefahr." Dieses Warngeräusch hat den Tieren auch ihren Namen gegeben, denn es klingt wie ein Hundebellen. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Cynomys. Auf griechisch bedeutet dies " Hundemaus". Und ein bißchen sehen so sie auch aus, oder?

Präriehunde kommen aus Nordamerika und gehören zur Gattung der Erdhörnchen. Sie leben in Familien zusammen in weit verzweigten Tunneln und Höhlen. Die Tunnel können bis zu drei Meter lang werden und enden in einer Nesthöhle, die mit Gras ausgelegt ist. Eine Familie bestehen meist aus einem Männchen, zwei bis drei Weibchen und ihren Jungen. Mehrere Familien schließen sich zu Dörfern zusammen und viele Dörfer zu richtigen Präriehund-Kolonien. Sie besuchen sich sogar gegenseitig in ihren Revieren.

Die kleinen Nager haben eine besondere Rolle in ihrem natürlichen Lebensraum übernommen: Sie lockern durch das Buddeln die Erde auf und düngen sie indem sie Gräser, ihre Nahrung, in die Höhlen bringen. Die Höhlen und Tunnel bieten anderen Tieren, wie zum Beispiel Schlangen, einen Unterschlupf. Außerdem wird in den unterirdischen Gängen Feuchtigkeit durch einsickerndes Regenwasser gespeichert. In den oft trockenen Landstrichen, welche die Nager bewohnen, ist dies wichtig für das Pflanzenwachstum.

"Die Präriehunde hier bei uns im Schweriner Zoo haben sich bereits durch so einige Wiesen gebuddelt", erzählt Katrin Otterbeck-Meyer. "Die Löcher und Erdhügel bedecken schon mehr Grasflächen als uns eigentlich lieb ist. Aber die Besucher freuen sich über sie sehr." Wie auf Zuruf steckt einer der Präriehunde die Nase aus einem Loch im Boden, schaut aufmerksam zu der Zoo-Mitarbeiterin herüber. "Sie sieht nicht gefährlich aus", scheint er sich zu denken, denn er flitzt einmal quer über die Wiese auf ein anderers Loch zu. Hier schaut ebenfalls ein Köpfchen hervor. Die zwei Präriehunde treffen sich vor dem Erdhügel und beschnuppern sich. "Bei den Präriehunden wird es wohl auch Frühling", sagt Katrin Otterbeck-Meyer und lacht.


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