Politik : Physik-As gegen Sprachtalent

Martin Schulz und Amgela Merkel
Martin Schulz und Amgela Merkel

So wurde Angela Merkel zur Kanzlerin. Martin Schulz ist der Herausforderer.

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18. September 2017, 23:29 Uhr

ANGELA MERKEL

Viele Kinder kennen nur eine Frau an der Spitze der deutschen Regierung. Sie heißt Angela Merkel und ist seit zwölf Jahren Bundeskanzlerin. Am 24. September stimmen die Wähler in Deutschland über den neuen Bundestag ab. Danach entscheidet sich auch, ob Angela Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Aber wie kam sie überhaupt in die Politik?

Angela Merkel kam am 17. Juli 1954 zur Welt, also vor 63 Jahren. Geboren wurde sie in der norddeutschen Stadt Hamburg. Doch schon bald zog ihre Familie nach Ostdeutschland. Deutschland war damals in zwei Teile gespalten. Angela Merkel wuchs mit ihrer Eltern im östlichen Teil auf, in der DDR.

Schon in der Schule fiel Angela Merkel als fleißig und schlau auf. „Die Mitschüler haben sie geachtet, weil sie alles wusste und konnte“, erinnert sich eine Lehrerin.

An der Universität in Leipzig studierte Angela Merkel Physik. In dem Fach erlangte sie sogar einen Doktortitel.

Mit Politik hatte Angela Merkel erst spät angefangen. Im Jahr 1989 trat sie einer politischen Gruppe bei. In dieser Zeit löste sich die Trennung der beiden deutschen Teile wieder auf.

Kurz darauf schloss sich Angela Merkel der Partei CDU an – und machte schnell Karriere. Dabei half ihr auch der damalige Kanzler Helmut Kohl. In dessen Regierung war sie unter anderem als Ministerin für die Umwelt zuständig.

Vor zwölf Jahren, 2005, wurde Angela Merkel Bundeskanzlerin.

Zusammen mit ihrer Partei hatte sie die Wahl gewonnen. Seitdem hat sie zwei weitere Wahlen gewonnen. Viele Menschen schätzen ihre ruhige und verlässliche Art. Manche stört, dass sie sich mit Entscheidungen (zu) viel Zeit lässt. Sollte ihr auch im September ein Sieg gelingen, wäre sie für vier weitere Jahre als Kanzlerin. So lange blieb vor ihr nur ein anderer Kanzler in dem Amt: Helmut Kohl.

Autor: David Kluthe

MARTIN SCHULZ

Martin Schulz hat ein Ziel: Der Politiker von der Partei SPD will die Bundeskanzlerin nach der Wahl am 24. September ablösen. Hier erfährst du einiges über den Mann, der Angela Merkel herausfordert.

Martin Schulz wuchs in Würselen im Bundesland Nordrhein-Westfalen auf. Er kommt aus einer großen Familie, hat vier Geschwister! Der kleine Martin war das jüngste Kind und wurde von den Älteren verwöhnt, verriet eine Schwester. Im Haushalt musste er aber auch mithelfen: Er war mit seinen zwei Brüdern öfter beim Spülen dran, erzählte ein Bruder. In der Familie wurde viel über Politik gesprochen. Martin Schulz konnte schon früh gut reden und bei den Diskussionen am Esstisch mithalten, sagte eine Schwester.

In der Schule war Martin Schulz nicht gut. Er blieb zweimal sitzen und brach die Schule vor dem Abitur ab. „Ich hatte nur Fußball im Kopf und wollte Profi werden“, sagte er. Doch das klappte nicht. Er machte eine Ausbildung zum Buchhändler, später gründete er seine eigene Buchhandlung.

Als junger Mann trat Martin Schulz in die Partei SPD ein. Mit 31 Jahren wurde er Bürgermeister seiner Heimatstadt. Dann führte ihn sein Weg ins Ausland. Er wurde Mitglied im Europaparlament. Dort sitzen Politiker aus den Ländern, die Mitglied der Europäischen Union, kurz EU, sind. Von diesem Parlament war Martin Schulz sogar mehrere Jahre Präsident! In diesem Job hat man viel mit Politikern aus anderen Ländern zu tun. Dabei hat Martin Schulz bestimmt geholfen, dass er mehrere Sprachen spricht.

Anfang des Jahres gab die SPD bekannt: Martin Schulz ist ihr Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl. Außerdem wurde er Chef der SPD. Experten vermuten: Die Bundestagswahl wird die SPD wohl eher nicht gewinnen. Martin Schulz sieht sich aber noch nicht geschlagen.

Autorin: Silke Katenkamp

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