Neil ist 15 - und schon ein Forscher

<strong>Neil Ibata hat großen Spaß daran, sich mit Mathe, Physik und Astronomie zu beschäftigen. </strong>Das hat er offenbar von seinem Vater geerbt, der auch als Forscher arbeitet. <foto>Jean-Christophe Dorn/dpa</foto>
Neil Ibata hat großen Spaß daran, sich mit Mathe, Physik und Astronomie zu beschäftigen. Das hat er offenbar von seinem Vater geerbt, der auch als Forscher arbeitet. Jean-Christophe Dorn/dpa

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16. Januar 2013, 10:34 Uhr

Neil Ibata wollte nur ein Praktikum am astronomischen Institut in Straßburg machen. Doch nun ist er eine kleine Berühmtheit. Denn der 15 Jahre alte Junge aus Frankreich hat dabei eine wichtige wissenschaftliche Entdeckung gemacht: Er fand heraus, dass Zwerggalaxien nicht - wie bislang angenommen - wirr um die Andromeda-Galaxie herumschwirren, sondern diese auf festen Bahnen umkreisen.

Wie ihm das gelang? Neil Ibata hat dafür Forschungsergebnisse seines Vaters Rodrigo, der auch an dem Ins titut arbeitet, und anderer Wissenschaftler ausgewertet. Die Forscher beschäftigten sich bei ihrer Arbeit mit den Zwerggalaxien und dem Andromeda-Nebel.

Neil schrieb bei seinem Praktikum im vergangenen Sommer ein Computerprogramm und gab dann viele Zahlen in den Rechner ein. "Ich habe einfach mit den Daten gespielt, die das Team meines Vaters gemessen hat", sagt er. Seine Entdeckung könnte sogar bisherige Forschungen zur Entstehung von Galaxien über den Haufen werfen.

Die Ergebnisse ihrer Forschung veröffentlichten die Wissenschaftler im britischen Wissenschaftsmagazin "Nature". Unter dem Text steht auch Neils Name. Das ist etwas ganz Besonderes. Denn in der Fachzeitschrift werden nur Texte veröffentlicht, die nach Meinung der Herausgeber eine große wissenschaftliche Bedeutung haben. Eine Veröffentlichung ist so etwas wie ein Ritterschlag für Wissenschaftler.

Doch Neil ist die Aufregung um seine Person nicht zu Kopf gestiegen. "Jeder, der sich ein wenig für die Wissenschaft, für Informatik und für die Natur interessiert, hätte dies auf meinem (Mathematik)-Niveau entdecken können", sagt er. "Neil hat schon mit zwölf Jahren einen Lehrgang bei mir gemacht, um Modelle von Sternensystemen zu entwickeln", sagt sein Vater Rodrigo. Er ist mächtig stolz auf seinen Sohn. "Mein Vater hat schon angefangen, mir Mathe und Physik beizubringen, als ich fünf oder sechs Jahre alt war", sagte Neil einmal. "Ich fand das wirklich interessant und wollte weitermachen". Er ist aber keineswegs auf seinen Computer fixiert. "Natürliche habe ich auch andere Interessen. Ich spiele Klavier. Auch da ist es sehr interessant, schwierige Stücke zu meistern, mich damit aus einanderzusetzen. Das ist so ähnlich wie in der Forschung."

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