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Nacktmulle buddeln mit den Zähnen

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svz.de von
erstellt am 17.Dez.2012 | 10:09 Uhr

Okay: Schön ist er nicht. Er sieht aus wie eine Ratte, der jemand das Fell abgezogen hat. Nackig und mit ganz vielen Falten. Aber der Nacktmull hat sich absolut perfekt an seinen Lebensraum angepasst. Er lebt in den Halbwüsten Ostafrikas. Und zwar in der Erde. Ähnlich wie der Maulwurf. Deswegen hat er auch ganz kleine Augen. Die würden ihm im Dunklen eh nichts bringen. Ohrmuscheln hat er gar keine. Die stören nur beim Graben. Und die Nasenlöcher kann das Tierchen mit einer Hautfalte verschließen. Damit es auch ja keine Erde in die Nase bekommt.

Gerade mal fünf bis fünfzehn Zentimeter lang sind Nacktmulle. Sie wiegen nur 50 Gramm. Also halb so viel wie eine Tafel Schokolade. Mit ihren großen Nagezähnen können sie nicht nur faserige Wurzeln und Pflanzenknollen fressen, sondern auch prima buddeln. Wie Schaufeln setzen sie die Zähne dabei ein. Sie können sie sogar einzeln bewegen. Ein Fell brauchen sie unter der Erde auch nicht. In den Halbwüsten von Äthiopien, Kenia und Somali ist es nicht kalt. Und durch die engen Gänge unter der Erde kann man ohne Haare viel besser wuseln. Vorwärts und rückwärts.

Als Forscher die Tiere das erste Mal entdeckten, glaubten sie zuerst, dass es sich dabei um Jungtiere von größeren Nagetieren handele. Die haben kurz nach der Geburt nämlich auch oft noch keine Haare. Der deutsche Biologe Eduard Rüppell beschrieb als erster den Nacktmull ausführlich und zwar im Jahr 1842. Erst später fand man heraus, dass es mehrere Unterarten gibt. Faszinierend an diesen Tieren ist, dass sie wie Insekten in großen Staaten zusammenleben. Ähnlich wie die Bienen.

Die Nacktmulle haben eine Königin und nur die kann Babys kriegen. Es gibt "Arbeiter", die fleißig neue Gänge graben. Und "Soldaten", die an den Eingängen zum weit verzweigten Röhrenbau Wache stehen. Wenn ein Feind kommt, zum Beispiel eine Rötliche Schnabelnasennatter, das ist eine Schlange, warnen sie ihre Kumpels unter der Erde mit lauten Rufen. Bis zu 18 verschiedene Laute haben sie drauf. Manche hören sich fast an wie Vogelgezwitscher.

Wenn es den Mullen trotz der hohen Temperaturen in der Halbwüste mal kalt wird, dann ist Gruppenkuscheln angesagt. Mehrere Tierchen legen sich dann nebeneinander und wärmen sich gegenseitig. Cool, was? Oder besser Hot! Naja, klar sorgt so ein nacktes Kerlchen für jede Menge Aufsehen. Bis zum Filmstar hat der Flitzer es sogar schon gebracht. Der ein oder andere kennt bestimmt den sprechenden Nacktmull Rufus aus der Walt-Disney-Zeichentrick serie "Kim Possible".

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