Sport : Mit dem Rücken voran

Einer läuft rückwärts, einer läuft vorwärts: So trainiert Christoph Diehl manchmal mit einem Freund.
Einer läuft rückwärts, einer läuft vorwärts: So trainiert Christoph Diehl manchmal mit einem Freund.

Wenn Christoph Diehl joggen geht, schauen ihm viele Leute erstaunt hinterher: Er ist Rückwärtsläufer.

svz.de von
05. Oktober 2018, 16:16 Uhr

Christoph Diehl bereitet sich auf sein Lauftraining vor: Er zieht seine Schuhe an, verlässt das Haus und wärmt sich ein bisschen auf. Dann läuft er los. So machen es viele Läufer. Doch dieser Mann macht etwas anders: Er läuft rückwärts! Mit dem Rücken voran ist er dabei genauso schnell wie viele Vorwärtsläufer.

Christoph Diehl trainiert das Rückwärtslaufen schon seit zwölf Jahren. Aber wie ist er auf diese Idee gekommen? Das war zu seiner Zeit als Student, erzählt er. Zwei seiner Freunde waren zum Joggen verabredet. Einer von ihnen lief sehr langsam, weil er ziemlich unausgeschlafen war. Seinem Begleiter wurde es langweilig. Deswegen drehte er sich um und rannte den Rest des Weges rückwärts. Die anderen Freunde fanden die Idee lustig. Sie fingen an, das Rückwärtslaufen richtig zu trainieren. „Und dann haben wir herausgefunden, dass es das auf der ganzen Welt gibt“, erzählt Christoph Diehl.

Seit dem Jahr 2006 finden Weltmeisterschaften im Rückwärtslaufen statt. Auch Christoph Diehl nimmt regelmäßig an diesen Wettkämpfen teil. Er hat auch schon Medaillen gewonnen.

Muss man dabei die ganze Zeit nach hinten gucken? Christoph Diehl verneint und erklärt das so: Wenn er im Stadion läuft, dreht er sich gar nicht um. Die Markierungen auf den Bahnen weisen ihm den Weg. Draußen ist er aufmerksam und vorsichtig, damit nichts passiert. „Das Rückwärtslaufen schärft auch die Sinne“, erzählt er. Er meint damit, dass sich zum Beispiel das Gehör verbessert.

Jeder kann das Rückwärtslaufen trainieren. „Eigentlich ist es ein ganz einfacher Sport. Man braucht nur Laufschuhe und los geht’s!“, sagt Christoph Diehl.

Man bewegt sich allerdings etwas anders als beim Vorwärtslaufen. „Weil man immer nur auf den Fußspitzen läuft“, sagt Christoph Diehl. Er gibt zu, dass er deswegen nach seinem ersten Rückwärtslauf-training einen ziemlichen Muskelkater hatte.

Wenn du das Rückwärtslaufen üben möchtest, fängst du am besten langsam an: mit rückwärts gehen. Wenn du die Bewegungen sicher beherrschst, kannst du auch schneller gehen oder laufen. Christoph Diehl empfiehlt, gemeinsam mit einem Freund oder einer Freundin zu beginnen. Der oder die kann dann vor Hindernissen warnen oder sagen, wo es langgeht. Außerdem kann man sich abwechseln und sich gegenseitig Tipps geben.

Autorin: Jessica Sum

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