Flüchtlingskrise : „Mir tut jeder Einzelne leid“

Kalt und nass: In dem Zeltlager in Idomeni ist überall Matsch.
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Kalt und nass: In dem Zeltlager in Idomeni ist überall Matsch.

In Griechenland sitzen tausende Flüchtlinge fest, darunter viele Kinder. Helfer versorgen sie mit dem Nötigsten.

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17. März 2016, 23:24 Uhr

Draußen im Matsch spielen kann lustig sein. Allerdings ist es schön, danach eine warme Dusche zu nehmen. In einem Zeltlager im Dorf Idomeni haben die Menschen diese Möglichkeit nicht. Idomeni liegt in Griechenland, an der Grenze zu Mazedonien. Tausende Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, sitzen dort fest. Darunter sind auch viele Kinder.

Sie wollen eigentlich in andere Länder weiterreisen. Das Dorf Idomeni lag auf ihrem Weg. Aber sie kommen von dort nicht über die Grenze, weil Mazedonien seine Grenze geschlossen hat. Das Land hat Angst, dass andere Länder die Menschen nicht mehr aufnehmen und dass die Flüchtenden dann in Mazedonien bleiben.

Viele Flüchtlinge harren in Idomeni aus, weil sie hoffen, dass die Grenze doch geöffnet wird. Die Lage in dem Zeltlager ist schlimm für sie. Es ist kalt. Und weil es heftig geregnet hatte, ist der Boden matschig. „Es ist ein riesengroßer, matschiger Ort, ohne die Möglichkeit, sich ins warme Zuhause zu begeben“, berichtet Darina Finsterer. Sie arbeitet für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.

Helfer von Ärzte ohne Grenzen und anderen Hilfsorganisationen versuchen dort, die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. „Wir haben Großzelte aufgebaut, in denen es trocken ist und die man beheizen kann“, erzählt Stefan Dold von Ärzte ohne Grenzen. „Die Helfer verteilen Zelte für Familien, Schlafsäcke, Decken und Dinge zum Waschen, wie Zahnbürsten und Seife.“ Jeden Tag teilen sie auch Tausende Mahlzeiten aus. Außerdem kümmern Mediziner und Pfleger sich um Kranke. „Viele Menschen sind wegen des kalten Wetters erkältet, haben Fieber“, sagt Stefan Dold. Und weil es schmutzig im Camp ist, haben auch viele Menschen Magen-Darm-Erkrankungen.

Darina Finsterer ist häufig in dem Zeltlager. „Das Schicksal der Menschen berührt mich sehr“, sagt sie. Mit manchen Flüchtenden hat sie gesprochen und kennt ihre Geschichten. „Mir tut jeder einzelne Mensch leid.“

Autoren: Silke Katenkamp, Gregor Mayer

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