zur Navigation springen

Hobby & SPort : Mariele turnt am Tuch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wenn sie in fünf Metern Höhe hängt, kann einem schon beim Zugucken schwindelig werden.

Puh! Ganz schön hoch. Das rote Tuch ist etwa fünf Meter über der Bühne aufgehängt und reicht bis auf den Boden. Daran will die zehn Jahre alte Mariele jetzt hinaufklettern. Erst greift sie mit den Händen nach dem Tuch und wickelt danach ihre Beine darum. Dann macht sie sich klein und drückt sich mit den Beinen nach oben. Das alles sieht ganz leicht aus.

„Ich finde das nicht mehr schwer“, sagt Mariele. Als das Mädchen auf halber Höhe angekommen ist, beginnt sie mit dem Tuch zu turnen. Sie macht einen halben Spagat und streckt ein Bein mit dem Tuch nach hinten. Auf der anderen Seite der Bühne macht ihre Partnerin Josefine genau das Gleiche. Auch sie ist zehn Jahre alt.

Und jetzt lassen sich die beiden auch noch mit Kopf und Oberkörper nach unten fallen. Dabei halten sie sich nur mit den Beinen an dem Tuch fest. Ganz schön mutig. „Dafür braucht man schon genug Kraft und es ist jede Menge Arbeit“, sagt Josefine. Einmal in der Woche trainieren sie, ihre Freundin Mariele und die anderen acht Mädchen am sogenannten Vertikaltuch. Vertikal bedeutet, dass das Tuch senkrecht herunterhängt. Mariele übt sogar zu Hause: „Ich habe mir aus einer langen Tischdecke ein Vertikaltuch gemacht und in der Galerie bei uns aufgehängt“, sagt sie. Vor Kurzem ist ihre Gruppe sogar aufgetreten. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Artistinnen gehören zum Dortmunder Zirkus Fritzantino. Dort treten nur Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auf: momentan 145 Artisten im Alter von sechs bis 24 Jahren. Nicht alle von ihnen turnen am Tuch.

Es gibt auch Clowns, Artisten am Trapez, Zauberer, Drahtseil-Tänzer und Trampolin-Turner. Andere Kinder machen Tricks mit Springseilen, balancieren auf Kugeln oder jonglieren. Beim Training der Vertikaltuch-Gruppe ruft die 19-jährige Trainerin Henrike gerade: „Bein strecken!“ Sofort drücken die Mädchen ihre Beine durch. „Das vergisst man oft“, sagt die 20-jährige Karima, die die Gruppe gemeinsam mit Henrike trainiert. Mit durchgestreckten Beinen sehen die Turnübungen einfach viel besser.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert