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Kunst : Köpfe und Arme aus Kreisen

Tim zeichnet Mangas. Das sind Comics aus Japan.
Tim zeichnet Mangas. Das sind Comics aus Japan.

Nach der Schule geht Tim freiwillig noch mal zu einem besonderen Unterricht. Sein Hobby ist Comic-Zeichnen.

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16. August 2019, 17:11 Uhr

Konzentriert schaut Tim auf das weiße Papier vor ihm auf dem Tisch. Dann legt er los. Ein paar Striche mit dem Bleistift und schon sind ein Kopf und ein Oberkörper zu sehen, dann Arme und Beine. Tim hat nur zehn Minuten Zeit. Dann soll seine Comic-Figur fertig sein. „Ich zeichne schnell. Aber es sieht halt nicht immer schön aus, wenn ich schnell zeichne“, sagt er kritisch.

Tim ist elf Jahre alt und kommt aus dem Rhein-Main-Gebiet im Bundesland Hessen. Er zeichnet so gerne, dass er freiwillig Unterricht dafür nimmt. Einmal pro Woche geht er nachmittags in eine spezielle Schule. Dort lernt er, Manga-Figuren zu zeichnen. Mangas sind Comics aus Japan. Die Figuren darin haben meist sehr große Augen. Daran kann man sie leicht erkennen.

Er zeichne schon seit etwa zwei Jahren, erzählt Tim. In der Grundschule hatte er das Thema Comic im Unterricht. Das spornte ihn an weiterzumachen. Zuerst zeichnete Tim seine Mama, seinen Papa und seine Schwester.

Am Anfang habe er nur Gesichter entworfen, Körper seien viel schwieriger, erzählt er. Bis heute zeichnet Tim deswegen lieber Gesichter. „Ich glaub, weil ich es mehr gewöhnt bin.“

Auch wenn Tim nicht immer genug Geduld beim Zeichnen hat, ist seine Lehrerin mit ihm zufrieden. Sie sagt, er sei schon viel besser geworden. Denn bis eine Comic-Figur gut aussieht, muss man viel üben.

Der Unterricht helfe ihm dabei, sagt Tim. Früher hätten bei seinen Figuren die Frisuren und die Augen oft komisch ausgesehen. Außerdem sei die Nase oft zu lang gewesen.

Inzwischen kennt er aber ein paar Tricks. Damit sei das Zeichnen einfacher, erzählt Tim. So zeichnet er zum Beispiel zuerst Kreise für den Kopf. Auch für die Gelenke macht er erst einmal Kreise. Erst danach kommt zum Beispiel der Arm dran. Die Kreise radiert er später wieder weg. Die Haare dagegen müssen schwungvoll gezeichnet werden.

Manchmal greift Tim auch in der normalen Schule zum Zeichenstift. Dann kommen zum Beispiel kleine Gesichter in seine Bücher oder Hefte. „Wenn das meine Mutter sieht, dann gibt das Ärger“, sagt Tim und lacht. Er müsse die Zeichnungen wieder entfernen, damit er keine schlechten Noten deswegen bekomme.

Möchte Tim vielleicht später sogar mal als Manga-Zeichner arbeiten? „Ich hab darüber nachgedacht. Aber ich glaube, das bleibt eher ein Hobby“, sagt er.

Autorin: Ines Klose, dpa

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