Natur : Klima vertreibt Menschen

Klimawandel bedeutet für einige Regionen: Es wird heißer und trockener, auf den Feldern wächst weniger.
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Klimawandel bedeutet für einige Regionen: Es wird heißer und trockener, auf den Feldern wächst weniger.

Wenn der Meeresspiegel und die Temperaturen weiter steigen, verlieren immer mehr Menschen ihr Zuhause.

Stell dir vor, du lebst auf einer Mini-Insel mitten im Meer. Vor deinem Haus ist ein Strand. Doch eines Tages ist der Strand kaum noch da, die Wellen reichen fast bis an dein Haus. Ganz langsam, über lange Zeit, ist der Meeresspiegel gestiegen. Du musst umziehen, um vor großen Wellen sicher zu sein. Aber wohin?

Die Sache mit dem Meeresspiegel ist für viele Menschen auf der Welt Wirklichkeit: Sie müssen ihr Zuhause verlassen, weil die Umwelt, in der sie leben, sich verändert. Nur wenige von ihnen leben auf Inseln, doch viele auch an Küsten, die ebenfalls betroffen sind.

Dass der Meeresspiegel ansteigt, ist nur ein Teil eines großen Problems auf der Erde. Über viele Jahre hinweg wird es auf der Welt wärmer. Forscher nennen das Klimawandel. In einigen Regionen bedeutet das: Es wird heißer und trockener, auf den Feldern wächst weniger. An anderen Orten gibt es stattdessen viel mehr Regen – manchmal so viel, dass ganze Landschaften immer öfter überflutet werden. Für viele Menschen auf der Welt bedeutet der Klimawandel, dass sie ihre Heimat verlassen müssen. Es ist schwer zu zählen, wie viele es genau sind, sagt die Forscherin Susanne Melde. Sie und ihre Kollegen schauen sich stattdessen an, wo Menschen wegen Naturkatastrophen – etwa wegen Überschwemmungen und Stürmen – ihre Häuser verlassen mussten. Allein im letzten Jahr waren das Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Einige von ihnen konnten später zurückkehren. Andere aber mussten dauerhaft wegziehen, weil ihre Häuser oder ihre Felder zerstört waren. Das ist zum Beispiel in Asien ein großes Problem. In Vietnam musste die Regierung schon Orte aufgeben und die Menschen umsiedeln, weil es zu gefährlich wurde. „Dann kommt die Regierung und sagt den Leuten: Hier könnt ihr nicht wohnen bleiben“, erzählt Susanne Melde. Die Menschen ziehen dann an andere Orte. Überschwemmungen und Stürme gab es zwar schon immer. „Heute weiß man aber: In den letzten Jahrzehnten haben solche Naturkatastrophen, die mit dem Klima zu tun haben, deutlich zugenommen“, erklärt der Klimaforscher Jonathan Donges. Es gibt dann zum Beispiel nicht nur öfter Stürme und Fluten, sie werden auch stärker. Doch zurück zu den Inseln: Wohin können die Bewohner ziehen? Jonathan Donges erzählt: Die Regierung des Inselstaates Kiribati im Pazifischen Ozean zum Beispiel hat sich Land bei anderen Staaten gekauft. Dorthin sollen die Bewohner zur Not umziehen können. Noch haben aber viele Leute eine Hoffnung: Der Klimawandel könnte sich bremsen lassen. Die Regierungen fast aller Länder der Erde wollen versuchen, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Vielleicht könnten dann weltweit mehr Menschen ihr Zuhause behalten.

Autorin: Christina Peters

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