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medien : Kein Dreh bei Regen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

So entsteht „Wissen macht Ah!“. Vieles ist ganz anders, als man es sich vorstellen würde.

Rechts und links nur Wald, kann das wirklich der Weg zu „Wissen macht Ah!“ sein? Plötzlich kommt mitten zwischen den Bäumen eine Schranke, und dann fährt man auf einen Platz mit Gebäuden, die aussehen wie Lagerhallen oder Autowerkstätten.

Tatsächlich aber entstehen dort am Rand der Stadt Köln Fernseh-Sendungen. Wie es drum herum aussieht, ist ja egal – wichtig ist nur das, was sich direkt vor der Kamera abspielt. In der hintersten Ecke lugt unter hohen Bäumen eine ziemlich heruntergekommene, alte Wellblechbaracke hervor. Darauf ist in riesigen Buchstaben „Wissen macht Ah!“ geschrieben.

„Hallo“, sagt Ralph Caspers zur Begrüßung. Er ist einer der beiden Moderatoren. „Kommt rein!“ Drinnen herrscht ein totales Durcheinander. Überall liegen Kabel, dazwischen stehen Tische, Stühle, Lampen, Kameras und ganz viele Gegenstände, die in der Sendung gebraucht werden. Zum Beispiel der ausgestopfte Dackel Lumpi, der fast jedes Mal zu sehen ist.

Weil es an diesem Tag draußen warm und sonnig war, ist es in der Halle heiß und stickig. „Und wenn's heftig regnet, müssen wir mit dem Drehen vorübergehend aufhören“, erzählt Ralph. „Sonst würde man später hören, wie der Regen aufs Dach prasselt.“ Die dünnen Wände haben noch einen anderen Nachteil. Ralph macht eine Tür auf und zeigt nach draußen auf ein Toilettenhäuschen. „Wenn die hier drinnen wären, würde es stinken“, sagt er und kichert.

Jetzt kommt auch Shary Reeves vorbei, die die Sendung mit ihm zusammen moderiert. Sie hat sich gerade umgezogen: Die letzten Stunden steckte sie in eleganten, schwarzen Klamotten. Denn in der Folge, die an diesem Tag gedreht worden ist, ging es um Spielkasinos.

Dafür wurde vor den Kameras ein großer Spieltisch aufstellt, der jetzt aber schon wieder abgebaut wird. Denn am nächsten Tag wird es um etwas ganz anderes gehen: Dann wird erklärt, wie die Schwimmblase eines Fisches funktioniert. Im Nebenraum steht schon ein Aquarium bereit.

Das Team von „Wissen macht Ah!“ dreht immer sieben Folgen hintereinander. Danach ist erst mal für ein paar Wochen oder Monate Schluss. In dieser Zeit denken sich Ralph und Shary zusammen mit anderen Leuten neue Folgen aus. Woher bekommen sie die Ideen für die Versuche, mit denen sie komplizierte Sachen so gut erklären? „Oft aus Büchern“, sagt Ralph. „Oder ich rede mit Experten, die sich auskennen.“ Das, was sie dann in der Sendung sagen, haben sie sich vorher genau überlegt und aufgeschrieben. Auf Anhieb bekämen sie es auch nicht so gut hin, geben sie zu. Nach acht Stunden Drehen ist Ralph ganz schön kaputt. Zum Glück wohnt er in der Nähe. Er schwingt sich auf sein Fahrrad und fährt durch den Wald nach Hause.

Autor: Christoph Driessen

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