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Vorhersagen : Kaffeesatz und Kristallkugeln

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bis heute lässt sich die Zukunft nicht vorhersagen – zum Glück

svz.de von
erstellt am 23.Mär.2017 | 08:00 Uhr

Ob ich zum Geburtstag ein neues Fahrrad bekomme? Welche Aufgaben sind wohl in der nächsten Mathearbeit dran? Und welche Zahlen werden im Lotto gezogen? Manchmal wäre es sehr praktisch, in die Zukunft blicken zu können – nicht bloß aus Neugier, sondern auch, um wichtige Entscheidungen besser treffen zu können.

Das fanden auch die Menschen in der Antike. Manche Feldherren befragten vor ihren Schlachten ein Orakel, das sich an heiligen Stätten befand. Besonders berühmt ist das Orakel von Delphi im antiken Griechenland (700 vor Christus). Es befand sich im Gebirge nahe der Stadt Delphi und konnte nur zu bestimmten Zeiten befragt werden. Eine Priesterin setzte sich auf einem Hocker über eine Erdspalte, aus der Dämpfe aufstiegen, die sie in Trance versetzten. In diesem benommenen Zustand verkündete sie die Prophezeiungen des Orakels, die oft sehr rätselhaft waren und ganz unterschiedlich verstanden werden konnten.

Das ist bei Horoskopen noch heute so. Sie sind oft so formuliert, dass jeder etwas „Wahres“ aus ihnen herauslesen kann. Die Astrologie galt bis ins 17. Jahrhundert als Wissenschaft. Die Astrologen glaubten, aus der Position und der Bewegung von Sonne, Mond und den Planeten etwas über die Zukunft und die Persönlichkeit eines Menschen zu erfahren. Heute gilt das als Aberglauben. Auch in vielen Religionen spielen Mutmaßungen über die Zukunft eine große Rolle. Propheten sagen voraus, wie es den Menschen ergehen wird – je nachdem, ob sie nach den Gesetzen ihrer Religion leben oder nicht.

In der Vergangenheit versuchten geheimnisvolle Wahrsagerinnen und Wahrsager mit unterschiedlichen Methoden in die Zukunft zu blicken. Sie lasen aus dem Muster, das das Kaffeepulver in einer Tasse hinterließ, ob Glück oder Unglück nahte. Manche legten Karten, um herauszufinden, ob die Ratsuchenden bald Gesundheit, Reichtum oder die große Liebe finden würden. Auch der Blick in die Kristallkugel oder in die Handfläche des Ratsuchenden sollten helfen, die Zukunft vorherzusagen.

Es blieb bei den Versuchen. Was bei der Wettervorhersage möglich ist, funktioniert für unser Leben nicht. Anders ist es mit Prognosen. Sie sind das Ergebnis von gründlichen Befragungen und geben Auskunft darüber, wie die Menschen eines Landes oder einer Region bestimmte Dinge beurteilen und welche Entscheidungen sie treffen wollen. Prognosen sind aber nur Annahmen für künftige Entscheidungen, keine Vorhersagen.

Der Blick in die Zukunft bleibt ein unerfüllbarer Traum und das ist gut so. Wie würden wir leben, wenn wir vorab alles wissen würden? Man müsste sich nichts mehr wünschen und könnte auf nichts mehr hoffen. Das Leben würde keine Überraschungen mehr bereithalten und das wäre doch richtig schade.

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