Wahl : Kämpfen für die Kleinen

Sandra Lück setzt sich mit ihrer Partei für die Rechte von Tieren ein.
Sandra Lück setzt sich mit ihrer Partei für die Rechte von Tieren ein.

Die Tierschutzpartei ist klein, ein großer Wahlerfolg deshalb unwahrscheinlich./ Trotzdem treten ihre Mitglieder an.

svz.de von
08. September 2017, 23:44 Uhr

Sandra Lück liebt Tiere. Hunde und Katzen, Ratten und Rinder. Ein besonderes Rind kann sie nicht vergessen. Als Sandra Lück 16 Jahre alt war, habe sie es in einem Film über Tiertransporte gesehen. Das Rind wurde darin zum Schlachter gebracht. Aber es hatte sich ein Bein gebrochen und konnte nicht mehr selbst aufstehen. Da kam ein Kran und hob das Tier hoch, an seinem gebrochenen Bein. Das tat Sandra Lück sehr leid.

Heute setzt sich die 42-Jährige für Tierrechte ein. Sandra Lück ist eine der Chefinnen und Chefs der Partei „Mensch Umwelt Tierschutz“. Viele sagen zu der Partei auch einfach Tierschutzpartei.

Wie sie dorthin kam, erzählt sie so: „Viele Jahre war ich im Tierschutz aktiv. Ich habe Tiere bei mir zu Hause aufgenommen, aus schlechten Bedingungen geholt und aufgepäppelt.“

Aber in der Politik war sie lange nicht. Bis sie vor drei Jahren von einem Gesetz in Rumänien erfuhr. Das Gesetz erlaubte es, Straßenhunde zu töten. Da hat es ihr nicht mehr gereicht, nur selbst Tiere zu pflegen. „Um wirklich etwas zu ändern, müssen sich Gesetze ändern – und das geht nur politisch“, sagt Sandra Lück. Deshalb trat sie in die Tierschutzpartei ein. In Parteien schließen sich Menschen mit gleichen Zielen zusammen. Sie versuchen dann, diese Ziele umzusetzen. Etwa indem sie sich als Politiker in den Bundestag wählen lassen.

In diesem Monat wählen die Erwachsenen in Deutschland wieder Politiker für den Bundestag. Auch Sandra Lück und andere Mitglieder der Tierschutzpartei stehen zur Wahl. Dass sie Erfolg haben werden, ist aber eher unwahrscheinlich. Denn die Tierschutzpartei ist sehr klein. Sie hat ungefähr tausend Mitglieder.

Große Parteien wie die SPD und die CDU haben sehr viel mehr Mitglieder. Sie können bei Wahlen viele Stimmen sammeln. Für kleine Parteien ist das schwieriger. Sie sind weniger bekannt. Und sie haben weniger Geld und weniger Leute, um für sich Werbung zu machen.

Die Wissenschaftlerin Jasmin Siri meint: Streng genommen lohne es sich nicht, dass die Parteien überhaupt bei der Wahl antreten. Trotzdem findet die Forscherin es gut, wenn es viele verschiedene Parteien gibt, auch kleine. „Dann kann jeder seine Meinung vertreten und sich für seine Idee engagieren“, sagt sie.

Das glaubt auch Sandra Lück: Wenn ihre Partei bei Wahlen antritt, werden die Leute wenigstens auf das Thema Tierschutz aufmerksam.

Wissenschaftlerin Jasmin Siri meint außerdem: „Wenn kleine Parteien für ein bestimmtes Thema kämpfen und die Menschen das interessiert, dann müssen die großen Parteien das Thema irgendwann auch berücksichtigen.“

Genau darauf hofft auch Sandra Lück.

Autorin: Sophie Rohrmeier

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