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Zirkus : Joaquim fliegt durch die Luft

Der Zwölfjährige liebt den Zirkus. Die Trapez-Kunststücke hat er von seinen Eltern gelernt.
Der Zwölfjährige liebt den Zirkus. Die Trapez-Kunststücke hat er von seinen Eltern gelernt.

Trapezkünstler schwingen an einer Stange unter dem Zirkusdach. Joaquim ist mit zwölf Jahren einer der Jüngsten.

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14. Dezember 2017, 09:59 Uhr

Alle Scheinwerfer sind auf Joaquim gerichtet. Er steht in zehn Metern Höhe auf einem schmalen Podest. Die schwarzen Haare sind zurückgegelt, sein hautenger Anzug glitzert im Licht. Mit beiden Händen umklammert der Zwölfjährige eine Stange. Sie ist an zwei langen Seilen befestigt.

Als ein Trommelwirbel einsetzt, atmet er tief durch. Dann stößt er sich mit beiden Beinen ab und fliegt durch die Luft. Joaquim tritt als Trapezkünstler im Zirkus auf! Er führt Kunststücke hoch oben in der Luft vor.

Meist arbeiten zwei Artisten zusammen. Artisten, so heißen die Künstler im Zirkus. Ein Artist holt Schwung an der Stange, der andere fängt ihn im Flug auf. Unter ihnen ist ein Netz gespannt. Falls jemand stürzt, landet er dort sicher ohne sich zu verletzen.

„Ich liebe es zu fliegen wie ein Vogel“, sagt Joaquim. Er ist mit zwölf Jahren ein noch sehr junger Trapezkünstler. Wenn er sich durch die Lüfte schwingt, klatschen und pfeifen die Zuschauer besonders laut. Höhenangst hat er nie. „Zehn Meter sind nix für mich“, sagt er.

Als kleiner Junge hat er auf dem Trampolin erste Kunststücke geübt. Unterricht bekam er von seinen Eltern. Seine Mutter beherrscht einen Salto mit zwei Umdrehungen. Der Vater baumelt bei Auftritten kopfüber an einer Stange und fängt die fliegenden Artisten auf.

Mit Nachnamen heißen sie Zuniga. Nach ihrer Familie ist die Truppe benannt, mit der sie auftreten: Flying Zuniga. Nur Joaquims Bruder, der vier Jahre alte Jonas, schaut bisher zu. Die Eltern sind mit ihrer Trapeznummer schon in vielen Ländern aufgetreten. Seit ein paar Jahren arbeiten sie in Deutschland für den Circus Krone.

Da Joaquim viel reist, besucht er keine normale Schule. Sein Unterricht findet in einem umgebauten Zirkuswagen direkt neben dem Zelt statt. Dort lernt er mit anderen Kindern von Artisten. Sein Lieblingsfach ist Mathe. Nach der Schule trainiert er am Trapez.

„Ich liebe den Salto Mortale“, sagt er. Bei diesem Sprung überschlägt sich ein Artist mehrmals. Einer aus seiner Truppe springt einen dreifachen Salto – mit verbundenen Augen. „Irgendwann kann ich das auch“, ist sich Joaquim sicher.

Autorin: Christine Frischke

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