Sport : Jannes rast allen davon

Mit seinem Rennrollstuhl wird Jannes richtig schnell.
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Mit seinem Rennrollstuhl wird Jannes richtig schnell.

Wie kann ich noch schneller werden? Diese Frage treibt Jannes seit Jahren an. Er trainiert Sprints im Rollstuhl.

svz.de von
23. August 2016, 23:59 Uhr

„Auf die Plätze! Fertig! Los!“ Jannes hat nur auf dieses Kommando gewartet. Sofort zischt der 13-Jährige los. Leicht gebückt sitzt er in seinem Gefährt. Es sieht aus wie ein Mix aus Rennrad und Rollstuhl, es wird Schnellfahrstuhl genannt. Damit ist Jannes windschnittiger und schneller.

Mit den Händen schlägt der Junge immer wieder kräftig gegen die beiden Greifringe an den hinteren Rädern. So holt er Schwung und bekommt mit dem Rennrollstuhl ordentlich Tempo: rund 20 Kilometer pro Stunde. Einige Sportler rennen zu Fuß mit ihm um den Sportplatz. Nur die schnellsten von ihnen können mithalten.

Jannes ist 13 Jahre alt und trainiert in Buchholz in der Nordheide. Das liegt im Bundesland Niedersachsen, nicht weit von Hamburg entfernt. „Ich übe oft schnelle Starts“, erzählt Jannes. „Oder ich fahre eine Rennstrecke und stoppe die Zeit.“

Vor einiger Zeit verbesserte er seinen Rekord: Für 400 Meter brauchte er nur eine Minute und 22 Sekunden. Solche Erfolge spornen Jannes weiter an. Außerdem schaut er sich gerne Profi-Sportler im Fernsehen an. Gerade verfolgt er die Athleten bei den Olympischen Spielen. Bald beginnen dann die Paralympics für Sportler mit Behinderungen.
Bei solchen Wettbewerben würde Jannes auch gerne mal mitmachen. Der Junge trainiert zwei Mal die Woche. Außerdem fährt er an vielen Wochenenden zu Sportcamps. Dort übt er mit anderen Jugendlichen. „Es macht mir total viel Spaß“, sagt Jannes. Dass er eine Sportart im Rollstuhl macht, hat einen Grund: Jannes kam mit einer Behinderung auf die Welt und kann deshalb nicht laufen. Manchmal ist er traurig darüber. Aber er will sich dadurch von nichts abhalten lassen – schon gar nicht vom Sport! Seit einigen Jahren spielt er auch Basketball – im Sitzen. Und neuerdings macht er auch noch eine Sportart namens Chair-Skating. Das ist so ähnlich wie Skateboardfahren. Nur fährt man im Rollstuhl über Rampen und hüpft über Hindernisse.

Autorin: Silke Fokken

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