Medizin : In die Röhre geschaut

Während der Untersuchung in einem MRT muss man ganz stillliegen, damit die Bilder nicht verwackeln.
Während der Untersuchung in einem MRT muss man ganz stillliegen, damit die Bilder nicht verwackeln.

Mit einem MRT erhalten Mediziner und Forscher Einblick in das Innere eines Körpers.

svz.de von
21. November 2018, 16:30 Uhr

In diesem ungewöhnlichen Labor steht eine riesige Röhre. An beiden Enden ist sie offen. Wenn sich ein Mensch in die Röhre legt, macht sie mit einer besonderen Kraft Fotos von seinem Inneren. Etwa vom Gehirn, dem Herzen oder anderen Organen. Diese Maschine nennt man MRT. Doch wie funktioniert sie? Welche unsichtbaren Kräfte wirken hier? Das kann der Physiker Robert Trampel erklären. Und damit auch, was die drei Buchstaben bedeuten.

Das M: „Die Kraft, die das MRT erzeugt, ist ein unheimlich starkes Magnetfeld“, sagt Robert Trampel. Das M steht also für Magnet. „Dieses Feld beeinflusst die Wasserstoff-Atome in unserem Körper.“ Diese Atome sind winzige Teilchen, die man nicht einmal unter einem Mikroskop sehen kann. Jedes Atom trägt einen Kern in sich. Und der kann sich wie ein winziger Magnet verhalten.

Liegt jemand in der Röhre, so ordnen sich die Minimagneten der Wasserstoffkerne alle in die gleiche Richtung an. Nun wird eine weitere, für uns unsichtbare Energie eingesetzt: Radiowellen. Sie lenken die Kerne aus ihrer kurz zuvor eingenommenen Stellung heraus.

Das R: Werden die Radiowellen dann abgeschaltet, passiert Folgendes: „Die Atomkerne springen in ihre ursprüngliche Lage zurück, während sie sich um ihre eigene Achse drehen“, erklärt Robert Trampel. Man kann sich das wie einen Kreisel vorstellen. „Durch diese Bewegung erzeugen die Kerne einen winzigen elektrischen Strom.“ Und der wird mit super empfindlichen Antennen gemessen.

Das R im MRT steht aber nicht für Radiowellen, sondern für Resonanz. Das Wort bedeutet in etwa Schwingung. Denn die Minimagneten im Körper erzeugen durch ihre Bewegung Signale. Und die werden an einen Computer gesendet. Der setzt sie dann zu Bildern vom Inneren eines Körpers zusammen. Unterschiedliche Signale werden dann etwa in unterschiedlichen Grautönen angezeigt.

Das T: Ob längs, quer oder schräg – die Bilder aus dem MRT zeigen das Gewebe eines Körpers in unterschiedlichen Ebenen. So lässt sich etwa die Beschaffenheit eines Organs Schicht für Schicht darstellen. Der Fachbegriff für diese Schichten ist Tomografie. Dafür steht das T.

MRT ist also die Abkürzung für Magnet-Resonanz-Tomograf. Das Gerät macht Aufnahmen von Organen, Gelenken oder auch Blutgefäßen. Forscher und Ärzte sehen sich diese Bilder an, um etwa eine Krankheit festzustellen.

Autor: Philipp Brandstädter

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