Gerüche : Immer der Nase nach

Das riecht nicht nur gut: Lina hat einen Strauß Wildkräuter gesammelt, die man essen kann.
Das riecht nicht nur gut: Lina hat einen Strauß Wildkräuter gesammelt, die man essen kann.

Gute Düfte machen gute Laune und Appetit. Wenn es stinkt, ist dagegen Vorsicht geboten.

svz.de von
14. Juni 2016, 23:42 Uhr

Blumen, Büsche, Gräser: In der Natur gibt es unzählige verschiedene Düfte und Gerüche. Wer die Augen schließt, nimmt sie besonders intensiv wahr. Die vielen Gerüche der Natur aufzuspüren, funktioniert übrigens zu allen Jahreszeiten. Probiert es einmal aus!

Spätestens, wenn die Würstchen auf dem Grill liegen oder der Duft von frisch gebackenem Kuchen durchs Haus zieht, merken wir, dass Gerüche auch für unseren Geschmackssinn wichtig sind. Gutriechende Speisen machen einfach Appetit. Wer gerade wegen einer dicken Erkältung nicht durch die Nase atmen kann, hat auch weniger Freude am Essen. Es schmeckt einfach nicht so intensiv.

Für Mensch und Tier ist der Geruchssinn unverzichtbar. Säuglinge können gleich nach der Geburt noch nicht gut sehen, finden den Weg zur Brust der Mutter aber trotzdem, da sie die Quelle der Milch erschnuppern.

Schlechte Gerüche warnen uns vor schlechtem Essen. Was eklig riecht, ist meist verdorben. Riecht es angebrannt, brennt vielleicht ein gefährliches Feuer.

Tiere verlassen sich noch viel mehr auf ihre Nase als wir Menschen. Hunde etwa können viel besser riechen als Menschen. Das liegt an der Anzahl der Riechzellen in ihrer Nase.

Beim Menschen sind es rund 25 Millionen Riechzellen, die die winzigen Duftmoleküle in der Luft erkennen und als Information ans Gehirn weiterleiten. Eine Hundenase hat zehnmal so viele Riechzellen, nämlich rund 250 Millionen!

Düfte spielen bei Mensch und Tier auch bei der Partnerwahl eine wichtige Rolle. Wenn wir jemanden mögen, empfinden wir auch seinen Duft als angenehm. Wenn zwei sich nicht mögen, „können sie sich einfach nicht riechen“ – so sagt man. Der Geruch gehört zur Ausstrahlung eines Menschen dazu. Kein Wunder, dass Deos und Parfums so beliebt sind. Gut riechen möchten wir alle.

Die Geschichte des Parfums beginnt in Ägypten und Indien, wo Priester schon vor Jahrtausenden die Götter mit wohlriechenden Ölen und Pflanzen ehrten. Die Toten balsamierten sie für das Jenseits mit duftenden Salben und Ölen ein. Später fanden auch die Lebenden daran Gefallen, gut zu riechen. 1580 eröffnete der Alchimist und Apotheker Francesco Tombarelli in Südfrankreich ein Laboratorium zur Herstellung von Düften aus Blütensaft. Das Städtchen Grasse wurde zur Wiege der europäischen Parfumindustrie.

Gerüche wecken oft auch Erinnerungen: Zum Beispiel an einen Urlaub oder an Besuche bei den Großeltern. Viele Erwachsene denken beim Geruch von Milchreis oder Grießbrei sofort an ihre Kindheit. Was riecht ihr denn am liebsten?

Autorin: Maren Herbst




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