Natur : Im Wald ist viel Leben

Laub ist für Pflanzen und Tiere wichtig.
Laub ist für Pflanzen und Tiere wichtig.

Unzählige Pflanzen und Tiere bilden eine Lebensgemeinschaft – auch für Menschen sind die Bäume wichtig.

svz.de von
02. Juni 2016, 23:03 Uhr

Im Wald ist es zu jeder Jahreszeit schön. Doch, was ist überhaupt ein Wald? Auf keinen Fall nur eine Ansammlung von Bäumen. Ganz viele Tiere wohnen im „Ökosystem Wald“, (griechisch oikos = Haushalt). Und wie in einer Art Haushalt leben hier die unterschiedlichsten Lebewesen miteinander.

Viele Gänge und Höhlen gibt es im Waldboden. Hier leben Larven, Würmer und Einzeller. Die Bodenschicht ist bedeckt von Moos und Laub. Auch die Pilze findet man hier, sowie Kleintiere, wie Ameisen, Feuersalamander, Erdkröten, Blindschleichen und Mistkäfer. Etwas höher im Wald befindet sich die Krautschicht. Da wenig Sonnenlicht diese Stellen erreicht, siedeln sich hier gerne Farne, Kräuter und Blaubeeren an. Dazwischen tummeln sich Wildschweine, Füchse, Rehe, Käfer und Igel.

Etwas höher gelegen, wachsen die Brombeersträucher, Holunder und Haselnusssträucher. Spinnen, Käfer, Vögel, Schmetterlinge und die Haselmaus tummeln sich im Gestrüpp. Ganz oben befindet sich die Baumschicht. Dort sind die mächtigen Kronen der Bäume, in denen viele Tiere ihre Behausungen und Nahrung finden.

Der Wald ist eine große Lebensgemeinschaft. Wenn die Pflanzen am Boden durch Sonnenlicht wachsen und Früchte hervorbringen, werden diese von den Tieren gefressen. Abfallprodukte werden von Bakterien und Kleintieren zersetzt und landen so wieder als Nährstoffe im Boden. Fleischfresser, wie Raubvögel oder Füchse ernähren sich von kleineren Tieren. Alles passt wunderbar zusammen und greift ineinander.

Früher bedeckte ein Urwald mit Laubbäumen verschiedenster Art unsere Gegend. Die Menschen zogen als Jäger und Sammler durch die Wälder. Als sie sesshaft wurden, fällten sie Bäume für Häuser und Ställe. Später bauten die Menschen Burgen, Schiffe und größere Häuser. Für alles benötigte man Holz. Auch wurden ganze Wälder vernichtet, um im Winter zu heizen. Es entstand der Beruf des Köhlers. Der stellte aus Holz Holzkohle her. Diese brannte länger als reines Holz. Man benötigte sie für die vielen Schmieden, um das Schmiedefeuer in Gang zu halten.

Bald waren die Laubwälder vernichtet. Zum Glück kamen Menschen auf die Idee, für jeden gefällten Baum einen neuen zu pflanzen. Damit das nicht so lange dauerte bis wieder ein Wald entstand, pflanzte man schnell wachsende Nadelbäume. Doch in diesen Wäldern konnten viele Tiere nicht leben und bei Sturm knickten die Bäume oft um.

Der gesündeste Wald besteht aus vielen verschiedenen Bäumen. Mischwälder, in denen sich eine artenreiche Tierwelt ansiedeln kann. Auch ist es gut, wenn tote Baumstämme liegenbleiben. So ein abgestorbener Baum bietet Lebensraum für viele Tiere. Es werden in der modernen Forstwirtschaft nur einzelne, reife Bäume geschlagen. Nicht mehr wahllos alle Bäume. Nirgendwo können wir Menschen uns so gut erholen wie im Wald. Die Luft ist reiner, da die Blätter der Bäume Schadstoffe herausfiltern und Sauerstoff produzieren.

Autorin: Silvia Friedrich

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen