Tierwelt : Hat mein Hund ’ne Macke?

Ein Hund muss sich viel bewegen.
Ein Hund muss sich viel bewegen.

Schnappen und an der Leine ziehen: Wenn Tiere sich nicht so verhalten, wie sie sollen, können Experten helfen.

svz.de von
21. November 2018, 16:38 Uhr

Meistens ist Schmitt ein friedlicher Hund. Er geht gerne spazieren und spielt mit seinen Besitzern, der Familie Raabe. Doch es gibt einen anderen Hund in der Nachbarschaft, den Schmitt nicht mag. Wenn er ihn sieht, fängt er laut an zu bellen, zieht heftig an seiner Leine und kann sich nicht mehr beruhigen.

Neulich hat Schmitt auch nach Frau Raabe geschnappt. Das hat ihr große Sorgen gemacht. Deshalb kommt seit Kurzem Doris Lapiz in die Familie. Doris Lapiz nennt sich selbst Tierpsychologin. Sie hilft, wenn Hunde sich anders verhalten, als sie sollen. Doris Lapiz sucht nach der Ursache und arbeitet mit dem Hund und mit seinen Besitzern daran. So etwas machen auch Tiertrainer. Dabei geht es nicht immer nur um Hunde, sondern etwa auch um Katzen und Pferde.

Die Gründe für so ein Verhalten sind ganz unterschiedlich. Es gibt zum Beispiel Tiere, die schlimme Dinge erlebt haben. Sie wurden vielleicht geschlagen oder eingesperrt. Dass Schmitt manchmal so laut bellt und wütend wird, hat aber etwas mit seinem Charakter zu tun.

Die Expertin sagt: Er will dem anderen Hund durch sein lautes Bellen zeigen, dass er der Stärkste in der Nachbarschaft ist. Außerdem provoziere der andere Hund Schmitt, sagt die Expertin. Provozieren heißt, dass der andere Hund Schmitt mit Absicht ärgert.

Wenn Schmitt sich so aufregt, geht es ihm schlecht. Er ist sehr aufgeregt, sein Herz schlägt schnell, er ist gestresst und danach immer sehr erschöpft.

Doris Lapiz will Schmitt beibringen, sich von dem anderen Hund nicht ärgern zu lassen und sich zu beruhigen. Das nennt man Impulskontrolle. Ein Impuls ist eine Handlung, die Lebewesen in bestimmten Situationen tun möchten. Wie etwa zu schreien oder zu schlagen. Bei Schmitt ist es das Bellen.

Doris Lapiz muss bei den Übungen sehr streng mit Schmitt sein. Sie hält ihn fest an der Leine und zeigt ihm, dass er neben ihr laufen soll. Wenn er viel bellt, befiehlt sie ihm, sich hinzulegen. So beruhigt er sich. Das klappt von Mal zu Mal immer besser. „Wenn ich einem Tier helfen will, dann muss ich auch dem Besitzer zeigen, wie er am besten mit seinem Tier umgeht“, sagt Frau Lapiz.

Doris Lapiz muss Frau Raabe beibringen, dass sie auch streng mit Schmitt sein muss. Das fällt ihr noch ein wenig schwer. Doris Lapiz muss noch ein paarmal vorbeikommen und mit Schmitt üben. Aber sie hat die Hoffnung, dass der Hund bald lernen wird, sich nicht mehr ärgern zu lassen.

Autorin: Helena Schwar

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