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Halligen werden oft überschwemmt

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erstellt am 15.Feb.2013 | 09:52 Uhr

Die Kinder von Hallig Hooge sehen täglich die Schiffe, die alles Nötige auf die Hallig bringen. Es gibt nämlich nur einen kleinen Laden. Die fünf Schüler gehen in die Halligschule und werden von Lehrer Jessel betreut. Englischunterricht bekommen sie von einem Lehrer per Internet vom Festland aus. Alle pflegen den Schulgarten gemeinsam. Bei einem Ausflug fanden sie sogar mal einen gestrandeten Schweinswal. Der war schon tot, aber die Schüler durften ihn wiegen und anfassen.

Halligen sind kleine Inseln, die bei Sturmfluten überschwemmt werden können. Sie liegen nordwestlich von Husum im Wattenmeer der Nordsee. Entstanden sind sie unter anderem durch eine Sturmflut 1362, die große Landstücke überflutete. Boden wurde hinweggerissen. Die Inseln blieben übrig.

Die Menschen leben in Häusern, die auf Warften stehen. Das sind künstlich aufgeschüttete Erdhügel. Bei Sturmflut ragen nur noch die Häuser aus dem Meer. Manchmal dringt die Nordsee sogar bis in die Stuben.

1962 gab es eine schlimme Sturmflut. Seitdem bekamen die Häuser im obersten Stockwerk einen Schutzraum. Dahin kann man sich flüchten, wenn es stürmisch zugeht. Das Wetter spielt die größte Rolle im Leben der Bewohner. Sie richten sich nach den Gezeiten, also dem Zusammenspiel von Ebbe und Flut. Wenn Ebbe ist, kann man nicht überall mit dem Schiff hin. Bei Sturm auch nicht. Die Bewohner haben deshalb stets wichtige Vorräte im Haus, falls sie von der Außenwelt abgeschnitten werden. Oft können weder Schiffe noch Hubschrauber kommen.

Hallig Hooge ist die zweitgrößte der Halligen. Zehn gibt es insgesamt: Oland, Gröde, Habel, die Hamburger Hallig, Nordstrandischmoor, Norderoog, Süderoog, Südfall und Langeneß. Nicht alle sind bewohnt. Auf Hooge wohnen im Moment 113 Menschen und viele Kühe, Schafe und Ziegen. Verschiedene Küstenvögel sind hier zuhause und Zugvögel machen Rast auf ihren Wegen ins Winter- oder Sommerquartier.

Das Leben auf einer Hallig war früher hart. Es gab keinen Strom und kein Trinkwasser. So fing man Regenwasser auf. Auch für die Tiere, denn die können kein Salzwasser trinken. Die Menschen lebten von Kühen, Schafen oder von der Seefahrt. Im Winter heizten sie ihre Öfen mit Kuhmist. Dazu wurde der Mist getrocknet und zu Ditten (Stücken) geformt. 20 000 brauchte man, um den Winter zu überstehen. Heute gibt es zum Glück anderes Heizmaterial, eine Wasserversorgung und Strom. Ein Krankenpfleger sorgt für erste Hilfe. Zum Arzt geht es auf das Festland.

Wer als Gast nach Hallig Hooge kommt, erfährt, warum die Menschen hier gerne leben. Kein Autolärm, keine stinkenden Abgase. Die Menschen hetzen nicht hin und her und haben es nicht furchtbar eilig. Vögel kreisen über den Köpfen, die Luft schmeckt nach Meer und man kann bis zum Helgoländer Leuchtturm gucken. Außerdem kann man den ganzen Tag in der freien Natur sein, Muscheln sammeln und Tiere beobachten.

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