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Forschung : Gut geschlafen?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tom schlummert im Dienst der Wissenschaft. Forscher untersuchen, wie sich Fluglärm auf den Schlaf auswirkt.

Vorsichtig öffnet Toms Mutter die Tür zum Kinderzimmer. Es ist Sonntagmorgen, acht Uhr. „Tom, Zeit zum Aufstehen“, sagt die Mutter. Verschlafen und mit verstrubbelten Haaren reibt sich der Junge die Augen.

Toms Mutter ist nicht allein. Sie hat Julia Quehl mitgebracht. Sie ist Forscherin und arbeitet in der Stadt Köln. Was eine Forscherin am Sonntagmorgen an Toms Bett zu suchen hat? Sie untersucht mit ihren Kollegen, ob Lärm den Schlaf von Kindern stört. Und ob das vielleicht der Gesundheit schadet.

Tom und seine Familie wohnen nämlich in der Nähe des Kölner Flughafens. Tag und Nacht starten und landen dort Flugzeuge. Vor allem die Landung ist ganz schön laut, weil die Flieger dann oft in geringer Höhe über das Haus hinwegdonnern.

Tom hat insgesamt vier Nächte im Dienst der Wissenschaft geschlafen. „Die erste Nacht war ganz schön komisch. Da war ich noch total aufgeregt“, verrät der Neunjährige. Zuerst wollte er nicht mitmachen. „Ich dachte, die Forscher könnten sehen, was ich träume“, sagt Tom.

Das geht zwar nicht. Aber die Forscher können sehen, welche Reaktionen beim Schlaf im Gehirn ablaufen. Dazu kleben sie Elektroden auf Toms Brust und seinen Kopf. Sie zeichnen die ganze Nacht alle wichtigen Daten auf. Zum Beispiel Toms Herzschlag. „Außerdem machen wir ein EEG“, erklärt Julia Quehl. Das bedeutet: Die Forscher messen Toms Gehirnströme. An diesen Daten können sie ablesen, wie tief Tom in der Nacht geschlafen hat. „Und wir können prüfen, ob und wie oft Tom durch den Flugzeuglärm aufgewacht ist.“

Am Morgen entfernt Julia Quehl vorsichtig die Elektroden und die Kabel. Dann muss Tom einen Fragebogen ausfüllen: Wie hat er geschlafen? Ist er nachts aufgewacht? Hat ihn der Lärm gestört? Zum Schluss kommt das Mäusejagd-Spiel dran. Das ist eine Art Computerspiel. Immer wenn die Maus den Kopf aus dem Loch streckt, muss Tom schnell einen Knopf drücken. So prüfen die Forscher, ob der Lärm die Schnelligkeit und die Reaktion der Kinder verändert. Dann ist der Test vorbei. Julia Quehl baut die Mikrofone ab und packt Geräte und Kabel zusammen. Die Forscherin greift in ihre Tasche und Tom grinst. Als Belohnung gibt es einen Spielzeuggutschein.

Autorin: Stefanie Paul

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